Initiative gegen Verkaufsverbot auf Internet-Plattformen

Der Online-Handel hat die Initiative „Choice in eCommerce“ ins Leben gerufen und startet eine Petition für einen freien und fairen Handel. „Der Online-Handel, wie wir ihn kennen, ist bedroht“, erklärt Oliver Prothmann, Gründer von Choice in eCommerce, der Initiative für Angebotsvielfalt und Innovation im Online-Handel. „Hersteller müssen davon absehen, grundsätzliche Verbote oder Einschränkungen für den Online-Handel auszusprechen. Gleichzeitig muss die Politik unnötigen Beschränkungen des Online-Handels effektiv entgegenwirken. Wir haben eine Petition ins Leben gerufen, die alle Parteien zu einem entsprechenden Handeln aufruft“.

2012 lag der Umsatz aller online gehandelten Produkte und Dienstleistungen in Europa bei 311,6 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge entstanden durch den Online-Handel in Europa bis zu 2 Millionen Arbeitsplätze. Einseitige Verkaufsverbote durch einzelne Hersteller bedrohen diesen Erfolg, indem sie Händler von ihrem oft wichtigsten Verkaufskanal abschneiden und ihnen damit die Möglichkeit nehmen, preisgünstige und beliebte Online-Plattformen in einem wettbewerbsorientierten Markt zum Vorteil der Kunden zu nutzen. Verbrauchern nimmt man so den Zugang zu transparenten Preisen und der zusätzlichen Auswahl, von der sie im Online-Handel profitieren. Das Bundeskartellamt untersucht derzeit in zwei Fällen Klauseln, die von Herstellern verwendet werden und den Online-Vertrieb für Händler beschränken. Eine Entscheidung des Kartellamts wird noch in diesem Jahr erwartet.

Verbraucher sollen auch in Zukunft mit Online-Handel Milliarden Euro sparen können

Menschen möchten an Orten einkaufen, die sie mögen und zu denen sie Vertrauen haben. Über den Online-Kauf können Europäische Verbraucher insgesamt rund 11,7 Milliarden Euro sparen. Mittlerweile sind jedoch einige Hersteller dazu übergegangen, den Online-Handel gezielt zu beschränken, etwa indem sie Vertragsklauseln dazu verwenden, Händlern den Verkauf auf Online- Marktplätzen zu untersagen. Die Online-Unternehmen wehren sich nun mit einer Petition gegen diese Beschränkungen, die sowohl ihrem Geschäft als auch den Verbrauchern schaden. So möchten sie sicherstellen, dass der Online-Handel ein freier und fairer Ort für alle Geschäftsformen bleibt.

Wenn Online-Händler nicht die Ware verkaufen können, die Verbraucher möchten, müssen sie ihr Geschäft aufgeben. Auch Händlern, die im stationären Handel aktiv sind, nehmen diese Verbote einen wichtigen und günstigen Verkaufskanal. Darüber hinaus verhindern sie Innovation. Wirtschaftswachstum entsteht durch neue Technologien wie dem mobilen Handel. Mehr und mehr Verbraucher möchten online einkaufen, wann immer und wo immer sie möchten. Schätzungen zufolge wird der Umsatz im mobilen Handel in Europa von 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 19,2 Milliarden Euro im Jahr 2017 steigen. Diese Entwicklung ist bedroht, wenn nicht genügend schnell agierende und innovative Online-Händler übrig bleiben, um neue Ideen zu entwickeln, weil Hersteller darin erfolgreich waren, den Online-Handel komplett zu kontrollieren.

Unter www.choice-in-ecommerce.org können Händler und interessierte Bürger die Petition unterschreiben, um den Online-Handel vor unfairen Plattformverboten zu bewahren.

Meine Meinung: Ich halte die Aktion für sinn- und wirkungslos - zumal noch nicht einmal klar ist, an wen die Petition gerichtet sein soll (an die Hersteller? An das Bundeskartellamt? An den Gesetzgeber?).

Update: Nach einem Telefonat mit Oliver Prothmann möchte ich klarstellen, dass ich die Initiative grundsätzlich begrüße, weil ich gegen solche Verkaufsverbote bin. Ich bin aber der Meinung, dass sie keinen Erfolg haben kann: Für die Hersteller ist es natürlich keine Überraschung, dass Onlinehändler gegen solche Restriktionen sind. Der Gesetzgeber wird sich aus dem Thema heraushalten, zumal demnächst Bundestagswahlen sind. Und das Bundeskartellamt wird sich durch die Initiative nicht beeinflussen lassen.

Choice in eCommerce

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