eBay verschärft die Verkaufsstandards
 

eBay verschärft die Verkaufsstandards

eBay stellt neue und höhere Anforderungen an die Verkäufer. Ein Teil der Änderungen ist offenbar nicht gründlich durchdacht worden.

eBay will durch verschiedene Maßnahmen die Käuferzufriedenheit fördern und somit Amazon ähnlicher werden. Außerdem werden einige Gebühren erhöht, wie eBay in den aktuellen News für gewerbliche Verkäufer verkündet.

Gebührenerhöhung

Ab 15. Mai 2013 gelten bei eBay.de neue Gebühren für die Option „Premium-Angebot in Kategorie und Suche“: Bei Auktions- und Festpreisangeboten mit einer Angebotsdauer von 3 bis 10 Tagen steigt die Gebühr von 24,95 Euro auf 49,95 Euro und bei Festpreisangeboten mit einer Angebotsdauer von 30 Tagen von 59,95 Euro auf 119,95 Euro. Die Gebühren werden also verdoppelt.

Ab 13. Juni 2013 steigt die monatliche Abonnementgebühr für einen Basis-Shop von 19,95 Euro auf 24,95 Euro und für einen Top-Shop von 49,45 Euro auf 59,95 Euro. Dafür entfällt im Shop die Angebotsgebühr für eine definierte Anzahl von Festpreisangeboten mit einer Angebotsdauer von 30 Tagen oder „Gültig bis auf Widerruf“.

Ab 15. Mai 2013 erhöht eBay die Verkaufsprovision für Elektronikartikel mit einem Endverkaufspreis unter 150 Euro von 5 Prozent auf 6 Prozent. Die Verkaufsprovision für Elektronikartikel mit einem Endverkaufspreis über 150 Euro wird pauschal 9 Euro betragen. Das Verkaufen hochwertiger Elektronikartikel wird also günstiger.

Bilder müssen angepasst werden

Ab Herbst 2013 dürfen Bilder keine Rahmen, Text und grafische Elemente mehr enthalten. Viele Verkäufer müssen also alle Bilder überarbeiten oder gar neu machen - ein immenser Aufwand, der sich nicht für jeden rechnet.

Neue Kategorien und Artikelmerkmale

eBay wird zwischen Ende April und Anfang Mai die Kategorienstruktur überarbeiten und neue Artikelmerkmale einführen.

eBay wird künftig für die Präsenz der eBay-Angebote bei Google Shopping bezahlen. Das setzt aber eindeutige Produktkennzeichnungen voraus, also beispielsweise die Angabe der GTIN (Global Trade Item Number).

Neue Standards für „Verkäufer mit Top-Bewertung“

Ab April 2013 verlieren „Verkäufer mit Top-Bewertung“ ihren Status, wenn mehr als 2 oder mehr als 0,3 Prozent Käuferschutzfälle zu ihren Ungunsten geschlossen wurden.

„Verkäufer mit Top-Bewertung“ müssen künftig ihren Käufern eine Widerrufs- oder Rückgabefrist von einem Monat (statt der gesetzlich vorgesehenen 14 Tage) einräumen. Hier nähert sich eBay den Amazon-Standards - und wird damit etliche Verkäufer verprellen.

„Verkäufer mit Top-Bewertung“ müssen künftig die Bestellungen innerhalb eines Werktages bearbeiten. Da der Samstag ein Werktag ist, gibt es also für „Verkäufer mit Top-Bewertung“ künftig eine 6-Arbeitstage-Woche. Das ist für viele Verkäufer nicht akzeptabel und scheint mir nicht richtig durchdacht.

„Verkäufer mit Top-Bewertung“ müssen künftig kostenlosen Versand anbieten. Das ist ein großer Nachteil für Käufer: Die Versandkosten müssen also in den Artikelpreis einkalkuliert werden. Kauft jemand mehrere Artikel, zahlt er faktisch die Versandkosten mehrmals. Für eBay ist das sehr vorteilhaft, denn auf diese Weise kann eBay auch für die Versandkosten eine Verkaufsprovision kassieren.

„Verkäufer mit Top-Bewertung“ bekommen künftig einheitlich 20 Prozent Rabatt auf die Verkaufsprovision.

Neue Versandoptionen

Ab Juni 2013 können eBay-Verkäufer in ihren Angeboten „Versand am selben Tag“ anzeigen lassen. Außerdem können sie eine Uhrzeit festlegen, bis zu der die Zahlung bei Ihnen eingegangen sein muss, damit sie „Versand am selben Tag“ anbieten können.
Diese Option können nur sehr wenige Verkäufer anbieten: Die meisten arbeiten sonntags nicht.

Ab April 2013 können Sie mit dem Logo „Kostenlos & Schnell“ Käufer darauf aufmerksam machen, dass Ihre Artikel versandkostenfrei und innerhalb von maximal 3 Werktagen geliefert werden.
Außerdem wird sich dann auch die Anzeige der Lieferzeiten auf der Artikelseite ändern: Es wird nicht mehr die Anzahl der Werktage angegeben, sondern es wird wie bei Amazon ein konkretes Datum angezeigt.

Logo Kostenlos & Schnell

Verkäuferschutz bei Bewertungen

Ab Mai 2013 werden Bewertungen für Transaktionen, für die ein Käuferschutzfall zu Gunsten des Verkäufers entschieden wurde, automatisch entfernt und bei der Ermittlung des Servicestatus nicht mehr berücksichtigt.

Pilotprojekt "Preisvorschlag"

Nicht erst seit den Erfahrungen mit eBays Pilotprojekt zum neuen Zahlungsverfahren stehe ich eBays Pilotprojekten sehr skeptisch gegenüber: Da wird etwas getestet und dann unabhängig von den (negativen) Ergebnissen des Pilotprojekts trotzdem eingeführt.

Zum neuen Pilotprojekt "Preisvorschlag" schreibt eBay:

Ab Mai 2013 starten wir in den Kategorien Computer, Tablets & Netzwerk, Uhren & Schmuck und Antiquitäten & Kunst ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Option „Preisvorschlag“.

Angebote mit Preisvorschlägen bleiben im Rahmen dieses Pilotprojekts auch dann bei eBay.de aktiv, wenn der Verkäufer den Preisvorschlag eines Käufers akzeptiert hat. Erst, wenn der Käufer den Kauf des Artikels verbindlich bestätigt hat, ist dieses Angebot beendet und der Artikel kann von keinem anderen Käufer mehr gekauft werden.

Mit dieser Option können Sie Preisvorschläge mehrerer Käufer für denselben Artikel akzeptieren und die Chancen für den Verkauf Ihres Artikels beträchtlich erhöhen. Dabei kann es auch vorkommen, dass ein anderer Käufer, der keinen Preisvorschlag gesendet hat, den Artikel in der Zwischenzeit regulär zum Festpreis kauft.

Da Sie Preisvorschläge von mehreren Käufern akzeptieren können, sind auch die Käufer nicht an ihre Preisvorschläge gebunden. Der Käufer, der den Kauf zuerst verbindlich bestätigt, erhält den Zuschlag. Dies wird voraussichtlich auch zu weniger Fällen wegen nicht bezahlter Artikel führen.

Da ist Chaos programmiert, das muss scheitern!

Heute ist das ganz einfach und bewährt: Der Käufer macht einen Preisvorschlag, der Verkäufer akzeptiert ihn und der Kauf ist perfekt.

Künftig sieht das so aus:

Der Käufer macht einen Preisvorschlag.

Der Verkäufer akzeptiert ihn oder lehnt ihn ab.

Der Käufer muss seinen ursprünglichen Preisvorschlag bestätigen, weiß aber nicht, ob er den Artikel denn nun auch bekommt: In der Zwischenzeit kann ihn auch jemand anderes gekauft haben.

Das ist für Verkäufer sehr schlecht: Der Verkauf kam bisher zustande, wenn ein Preisvorschlag akzeptiert wurde. Künftig kann es sich der Käufer noch einmal überlegen und seinen Preisvorschlag nicht bestätigen, es wird also weniger verkauft.

Und auch für Käufer ist das Verfahren schlecht und zu umständlich: Die müssen mit dem Risiko leben, dass ein eigentlich akzeptierter Preisvorschlag doch noch scheitert.

Verkauf ins Ausland

Verbesserungen für internationales Verkaufen und Versand

Rahmenbedingungen für alle Angebote

Jetzt neu: Rahmenbedingungen für Ihre Angebote

Meine Meinung:

eBay will Amazon nacheifern und fördert dabei vor allem Verkäufer, die eine sehr effiziente Logistik haben und auch am Wochenende arbeiten. Dabei schießt eBay aber ein wenig über das Ziel hinaus, denn das können und wollen viele "kleine" Verkäufer nicht leisten.

Die neuen Vorschriften zu Bildern und Fotos bedeuten für viele Verkäufer einen enormen Aufwand. eBay hält sich für den Nabel der Welt, übersieht dabei aber, dass der Marktplatz für die meisten Händler nur noch ein Vertriebskanal von mehreren ist. Wird das Verkaufen über eBay zu aufwändig oder kompliziert, dann lässt man es eben...

Die Rahmenbedingungen für alle Angebote und der vereinfachte Verkauf ins Ausland sind echte Verbesserungen.

Das Pilotprojekt "Preisvorschlag" wird ein Rohrkrepierer. Die Frage ist nur, wann eBay das merkt...


 


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