PayPal wird bei eBay kostenlos

Unter dem irreführenden Betreff "PayPal wird bei eBay kostenlos" hat PayPal am 4. April viele gewerbliche eBay-Verkäufer angeschrieben:

Guten Tag, Vorname Nachname!

eBay gestaltet den Zahlprozess ab dem Sommer 2012 viel einfacher, denn dann werden alle Zahlungen über eBay abgewickelt. Dadurch können Sie sich auf einige neue Vorteile mit PayPal freuen. Zum Beispiel bleibt PayPal der schnellste Weg Geld zu senden und zu empfangen.

Was hat sich verändert?

Der gesamte Bezahlprozess wird ab dem Sommer direkt über eBay abgewickelt. Für Sie als gewerblicher Verkäufer bedeutet das:

  1. Der Käufer bezahlt direkt an eBay - mit PayPal geht das praktisch in Echtzeit.
  2. Sie werden über die PayPal-Zahlung nicht mehr von PayPal sondern von eBay unterrichtet. Das geschieht im selben Moment, wenn das Geld bei eBay eingegangen ist.
  3. Jetzt können Sie bedenkenlos den Artikel verschicken.
  4. Sobald Sie in Mein eBay den Artikel als "verschickt" markiert haben, erhalten Sie von eBay Ihr Geld. Und wenn Sie sich über PayPal auszahlen lassen, geht das mindestens einen Tag schneller als mit der Überweisung.

Dazu kommen aber noch weitere Vorteile!

  • Es fallen keine PayPal-Gebühren bei eBay.de und eBay.at mehr an und Sie erhalten keine separate PayPal-Rechnung mehr.
  • Wählen Sie die Auszahlung mit PayPal! Das lohnt sich für Sie - denn es geht nicht nur schneller, Ihr gesamtes Auszahlungsvolumen mit PayPal bei eBay zählt so automatisch zu Ihrer PayPal-Transaktionsrate. Damit können Sie in Ihrem eigenen Shop außerhalb von eBay Ihre Händlerrate senken und so Gebühren sparen.
  • Setzen Sie auf PayPal! Denn wir sind einer der führenden Zahlungsanbieter auch außerhalb von eBay. Mehr als 15 Millionen Kunden nutzen PayPal für Ihre Online-Einkäufe. Wenn Sie Ihr Geschäft erweitern wollen, dann ist PayPal Ihr Partner für Online-Zahlungen - weil es einfach sicherer und schneller ist.

PayPal suggeriert, dass eBays neues Zahlungsverfahren für gewerbliche Verkäufer Kosten sparen würde - aber das Gegenteil ist richtig: Es wird alles deutlich teurer. Große gewerbliche Verkäufer mussten bisher für einen Teil ihrer Transaktionen 1,2 Prozent vom Umsatz an PayPal zahlen. Künftig müssen sie für alle Transaktionen 2 Prozent zusätzliche Verkaufsprovision an eBay zahlen.

Und auch die Aussage "Zum Beispiel bleibt PayPal der schnellste Weg Geld zu senden und zu empfangen" finde ich irreführend. Der schnellste Weg für einen Verkäufer, sein Geld zu empfangen, bleibt die direkte Überweisung vom Käufer. Wird per PayPal gezahlt, dann landet das Geld zunächst als virtuelles Spielgeld bei PayPal. Der Verkäufer bekommt sein Geld erst dann, wenn er es sich auf sein Girokonto überweisen lässt.

Regelrecht unverschämt finde ich die Behauptung "Sie werden über die PayPal-Zahlung nicht mehr von PayPal sondern von eBay unterrichtet. Das geschieht im selben Moment, wenn das Geld bei eBay eingegangen ist. Jetzt können Sie bedenkenlos den Artikel verschicken."!

Da gibt es nämlich viele Fälle von PayPal-Zahlungen, in denen der Verkäufer künftig kein Geld bekommt bzw. eBay es ihm wieder abnimmt:

  • Wenn die Lastschrift scheitert.
  • Wenn die Kreditkartenzahlung zurückgebucht wird.
  • Wenn die PayPal-Zahlung von einem gephishten Konto kommt.
  • Wenn der Käufer behauptet, der Artikel weiche erheblich von der Beschreibung ab.
  • Wenn der Käufer behauptet, den Artikel nicht bekommen zu haben und der Verkäufer keinen elektronischen Versandnachweis hat.

Vor allem die ersten drei Fälle sind für Verkäufer völlig unkalkulierbar: Da von eBay keine detaillierten Infos zu den "Zahlungen" kommen, kann der Verkäufer auch das Risiko eines Zahlungsausfalls nicht einschätzen und abwägen.

Hier zeigt sich übrigens der wesentliche Unterschied zwischen eBays neuem Zahlungsverfahren und dem von Amazon: Bei Zahlungsausfällen durch Betrug, Kreditkarten-Rückbuchungen und gescheiterten Lastschriften steht Amazon für den Verlust gerade und wälzt das nicht auf den chancenlosen Verkäufer ab.


Wer das Thema diskutieren möchte, kann das gerne in dieser Facebook-Gruppe tun.

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Axel Gronen aXel Gronen
05.04.2012
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