Kubakrise: Rossmann wirft PayPal raus

Die Drogeriekette Rossmann möchte sich nicht vorschreiben lassen, welche Produkte sie verkauft und hat daher PayPal gekündigt.

PayPal versucht seit einigen Wochen, das im Jahr 1962 erlassene amerikanische Handelsembargo gegen Kuba auch in Deutschland durchzusetzen. Rossmann möchte sich aber nicht erpressen lassen und schreibt dazu unter anderem:

"Der Zahlungsdienstleister PayPal hat die Rossmann Online GmbH - wie auch andere deutsche Händler - aufgefordert, den Vertrieb kubanischer Produkte einzustellen. PayPal droht uns damit, dass anderenfalls die Geschäftsbeziehung gekündigt wird. PayPal hat seinen Stammsitz in den USA und begründet seine Aufforderung damit, dass sie deshalb verpflichtet sei, das US-Embargo gegenüber Kuba auch in ihren ausländischen Tochtergesellschaften umzusetzen.

Obwohl viele unserer Kunden PayPal nutzen, wollen wir dieser Aufforderung nicht nachkommen. Wir sind überzeugt, dass wir damit in Ihrem Interesse handeln. Denn aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, warum hier amerikanisches Recht praktiziert werden muss. Noch viel wichtiger: Wir wehren uns dagegen, dass Sie, unsere Kunden, auf diese Weise bevormundet und ihrer freien Entscheidung beraubt werden. Wir hoffen, damit auch in Ihrem Interesse zu handeln."

Bei anderen (kleineren) Onlinehändlern hat PayPal nicht nur mit Kündigung gedroht, sondern das auch zügig durchgezogen. Mehrere Betroffene haben sich zusammengeschlossen und gehen juristisch gegen die Kündigungen vor. Sie versuchen derzeit unter Federführung von bardealer.de, beim Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen PayPal zu erwirken.

Update 09.09.2011: Nun hat auch heise online das Thema aufgegriffen und zusätzliche Infos recherchiert:

Paypal forderte Rossmann am 1. August mit einem ruppigen Schreiben zu einem Delisting der Produkte innerhalb von drei Tagen auf, andernfalls werde die Zusammenarbeit aufgekündigt. Rossmann hätte die Zigarren komplett aus dem Online-Shop nehmen müssen, eine bloße Deaktivierung der Paypal-Zahlungsoption für diese Produkte wäre nicht ausreichend gewesen. "Das war eindeutig eine Erpressung gegen Rossmann", bekräftigte ein Rossmann-Sprecher im Gespräch mit heise online. "Wir lassen uns aber nicht erpressen." Die Geschäftsleitung habe darum schon am 3. August beschlossen, Paypal als Zahlungsart zu streichen.

Damit dürfte dann auch klar sein, dass es PayPal nicht um die Einhaltung von US-amerikanischen Gesetzen geht: Zum einen besteht das Kuba-Embargo bereits seit 1962, da käme es auf eine Woche mehr oder weniger wohl nicht an. Und zur Einhaltung der US-amerikanischen Gesetze hätte es für PayPal natürlich auch gereicht, keine kubanischen Waren über PayPal bezahlen zu lassen - stattdessen wollte PayPal offenbar eine Mitbestimmung über das gesamte Rossmann-Sortiment erpressen.



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Axel Gronen aXel Gronen
07.09.2011
(Letztes Update: 09.09.2011)
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