Alles, immer und am besten sofort. Das Einkaufsverhalten hat sich verändert. Die unendlich scheinenden Optionen können Entscheidungen schwerer machen, gleichzeitig haben wir 24/7 Zeit, online zu shoppen. Und wenn die Lieferung nach Hause auch noch frei ist, macht es auch nichts, wenn das Lieblingsteil bei der nächsten Bestellung vielleicht noch nicht dabei ist. Der ECommerce boomt. Das bringt auch lokale Lieferunternehmen an ihre Grenzen: Die Kurier-, Express- und Paketdienstleister zählten 2016 in Deutschland erstmals mehr als drei Milliarden Sendungen in einem Jahr.

Same-Day Delivery wird zum Standard

Same-Day Delivery ist ein Service, bei dem die Zustellung der Ware noch am Tag der Bestellung erfolgt. Amazon gilt hier als Vorreiter: Seit Ende 2015 bietet der größte Online-Einzelhändler diesen Service an. Viele andere Händler ziehen nach: Laut der Digital Commerce Benchmark Survey bieten in den USA inzwischen bereits 51% der Händler die taggleiche Lieferung an. Damit befriedigen sie nicht nur Kundenwünsche, Händler können daran auch noch gut verdienen: Rund die Hälfte aller Kunden im E-Commerce sind bereit, bei einem Einkauf von 59 Euro 6 bis 7 Euro mehr für die taggleiche Lieferung zu zahlen – das hat die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie herausgefunden. Um Same-Day Delivery zu garantieren, helfen Micro Hubs – kleine Lagerzentren in Städten – und flexible Lieferdienste.

Uberization der Lieferdienste

Die sogenannte Sharing Economy – Modelle, die darauf ausgerichtet sind ungenutzte Ressourcen anderweitig zu nutzen – geht auch nicht spurlos an der Logistikindustrie vorbei. Ganz nach dem Prinzip „Teilen statt besitzen“ fördern digitale Plattformen und Geschäftsmodelle die Entwicklung der Logistikindustrie. Hierbei kann es sich um Lagerflächen, Transportkapazitäten, Daten, LKW- und Frachtflächen sowie Personal handeln. Diesen Gedanke hatte die DHL schon als junges Unternehmen. Sie bot Privatreisenden ein kostenloses Flugticket an, wenn sie dafür ihr Freigepäck an die DHL abgab.

Das „Uber“ der Pakete hat Uber selbst mit dem Dienst UberRush bereits 2015 ins Leben gerufen. Dabei werden freiberufliche Fahrer eingesetzt, die Waren mit ihren privaten Fahrzeugen ausliefern. UberRush kooperiert dabei mit Drittanbietern. Amazon bietet mit Amazon Flex einen gleichen Service an – einziger Unterschied: Bislang werden nur Pakete, die auf der eigenen Plattform erworben werden, ausgeliefert. Während es Uber Rush bislang nur in den USA und UK gibt, ist Amazon Flex letzten Herbst in Berlin gestartet.

Selbstfahrende Fahrzeuge: Autonome LKWs, Drohnen und Roboter

Überall wird an der Technik für autonome Fahrzeuge gearbeitet. Ob Tesla im Silicon Valley oder Bosch in Deutschland. Autonome Fahrzeuge können auch im Bereich der Zustellung auf der letzten Meile eingesetzt werden. Die deutsche Post testet seit Oktober letzten Jahres Ihren Zustellroboter „PostBOT“ in Bad Hersfeld. Diese Roboter verfolgenden die Zusteller und entlasten sie somit. Auch der Elektrohandel MediaMarkt testete 2016 bereits Paket-Roboter in Düsseldorf, die die kleinen Pakete selbst auslieferten.

Die Pizzakette Dominos testete letztes Jahr zusammen mit Ford die fahrerlose Pizza-Auslieferung. Die Pizza wurde dabei mit einem autonom-fahrenden Auto (und Sicherheitsperson im Fahrersitz) bis vor die Haustür geliefert, wo sie dann vom Kunden abgeholt werden musst.

Bei der Drohnen-Lieferung ist die DHL ebenfalls aktive. Nach eigenen Angaben ist es ihnen als weltweit erster Anbieter gelungen, Kunden direkt mit Paketen per Drohne zu beliefern. Die Drohne hat 130 mal Pakete über eine Distanz von acht Kilometern geliefert. Allerdings scheitert der kommerzielle Einsatz von Drohnen derzeit noch am Gesetz: Noch entsprechen die Drohnen den Vorstellungen der Flugbehörden nicht.

 

(Bildquelle: https://pixabay.com/en/drone-uav-quadrocopter-hobby-sky-2724257/)