Ein technischer Fehler bei Amazon soll dafür verantwortlich gewesen sein, dass kurzzeitig Mailadressen der Händler auf Amazons Seiten angezeigt wurden. Mittlerweile soll der Fehler aber behoben worden sein. Betroffen waren deutsche und internationale Amazon-Händler und -Seiten.

Diese Nachricht erhielten deutsche Händler

Amazon informierte seine Händler über einen technischen Fehler. Kurzzeitig sei auf Amazon-Seiten die Mailadresse der Händler sichtbar gewesen.

Der betroffene Händler zeigte sich irritiert und fragte Amazon nach der Ursache. „Mich würde jetzt ehrlich gesagt schon interessieren, ob durch einen technischen Fehler beispielsweise meine (und hunderttausend andere) E-Mail-Adressen, beispielsweise bei den Rezensionen oder sonst irgendwo, angezeigt wurden und auch, ob ich der „einzige“ bin oder wir eine Handvoll, hunderte, tausende oder mehr Betroffene sind“, so der Merchant in seinem Posting in der Wortfilter Facebook-Gruppe.

Amazon: Nichts Genaues weiß man

Amazon hält sich mit Details zurück. Auf Nachfrage eines Händlers äußerte sich Amazon sehr spärlich. Offiziell berichtet der E-Commerce-Riese  von einem technischen Fehler.

Von den Antworten des Seller Support zeigte sich der Händler sehr enttäuscht: „Die Antworten des Amazon-Supportes sind in keinster Weise zu gebrauchen. ‚Unser System hat das automatisch erkannt‘? Macht überhaupt keinen Sinn.“

Auch auf Nachfrage mehrerer Medien war nichts aus Amazon herauszubekommen. Das Unternehmen besticht weiterhin durch eine sehr dünne Informationspolitik.

Warum die Datenpanne Folgen haben kann

Die angezeigten Mailadressen können Anmeldeadressen sein, mit denen sich Händler bei Amazon einloggen. Das bedeutet, für potenzielle Angreifer sind solche Adressen interessant. Sie brauchen ja jetzt nur noch verschiedene Passwörter auszuprobieren, um ggf. einen Account zu kapern. So ganz unter den Tisch sollte der Vorfall also nicht gekehrt werden.

Laut Amazon kein Datenklau

Jedenfalls soll das Ganze nur wenige Minuten gedauert haben. Das System habe automatisch reagiert und den Fehler behoben. Daten seien nicht entwendet worden. Auch wurde betont, dass kein Angriff stattgefunden hätte.

Ärgerlich und irritierend …

Das Fehler passieren können, steht außer Frage. Das ist weder katastrophal noch wird es zu verhindern sein. Jedoch sollte der Umgang mit Pannen professionell gehandhabt werden. Dazu gehört selbstredend eine offene und detaillierte Informationskultur. Ansonsten lassen solche Fehler einen faden Beigeschmack zurück. Sie beschädigen das Vertrauen. Und gerade das scheint mir wegen des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts wichtig zu sein. Schade also.

Eins haben wir aber gelernt: Gerade in der Vergangenheit hat sich Amazon nicht immer mit Ruhm bekleckert, wenn es um die Stabilität seiner System geht. Erst dieses Jahr brachen die Amazon-Seiten zusammen, als ein Preisfehler entdeckt worden ist.

Einige Medien stellen daher zurecht die Frage: Wie fragil ist das Amazon-System mittlerweile?