Das ECC Forum begann für mich schon mit der Vorabendveranstaltung. Hier redete Adrian Hotz über die Amazon und die Chancen und Risiken. Hier der Link zu seiner Präsentation und zu seinem Whitepaper. Was ist verstanden habe ist, dass es Amazons Strategie nicht ist Gewinn zu machen, sondern Wachstum, Wachstum und noch einmal Wachstum. Und: Amazon ist nicht Dein Freund, aber ohne geht’s auch nicht so richtig. Beeindruckend fand ich die Darstellung des Amazon-Kosmos von Adrian. Es war ein grandioser Vortrag.

Das 28. ECC Forum stand unter dem Motto „B2B im digitalen Wandel“. Dr. Kai Hudetz präsentierte in seiner Keynote denn auch großartige Zahlen und zeigte deutlich wie sich das Einkaufsverhalten verändert. Deutlichst ist die Veränderung in der Altersklasse der unter 30 Jährigen zu erkennen. Spannend war zu erkennen wie nah doch B2B und B2C in den Kanalentscheidungen zusammen rücken. Die präsentierten Zahlen zeigen deutlich auf wie dringlich die Suche nach Antworten für passende Handelsmodelle bereits ist.

Herausragend war auch der Vortrag von Rechtsanwalt Rolf Becker aus Köln. Neben den rechtlichen Besonderheiten des marktplatzbasierten B2B Handels zeigte er insbesondere die rechtliche Problematik der Produktdaten auf. Es ist in der Tat unglaublich wie die Industrie doch auf ihren Produktdaten sitzt. Wie eine Glucke auf ihrem Ei.

Procato stellte sich als Brückenschlag zwischen Industrie und Fachhandel vor. In meinen Augen ein endliches Geschäftsmodell mit falscher Fokussierung. Der Kunde und nicht der Fachhandel hat im Fokus zu stehen. Welche Kunde möchte schon teurer bei procato einkaufen und dann noch 5 bis 8 Tage warten, wenn er bei Amazon den Artikel günstiger und am nächsten Tag erhält.

Wirklich erschreckend wie schlecht die Industrie in der Lage ist eine vernünftige Antwort auf Amazon und die Digitalisierung zu finden. Finanziell sollte das kein Problem sein.

Liegt das vielleicht an der Unfähigkeit der Entscheider oder Berater?

Schade, denn ich denke die Industrie könnte eine Antwort finden.

Beeindruckend war der Vortrag von Herrn Kromm. Er beschrieb den Weg von Heidelberger Druckmaschinen zu einem offenen Online Shop.

Wenn der VV sagt „wir brauchen einen Online Shop“, dann werden Kalorien verbrannt.

Die Industrie kann also, wenn nur der Impuls von der richtigen Stelle kommt. Beachtenswert in welcher Geschwindigkeit Heidelberger Druckmaschinen eine Lösung aus dem Boden stampfte. Und dann war da noch das Ding mit der Preisfindung. Nicht nur für Heideldruck ist die Frage nach den richtigen Preisen im Online Shop eine Herausforderung.

Und dann das Highlight: HAIX. Was hat HAIX richtig gemacht? Den richtigen Man, im richtigen Alter an die richtige Stelle gesetzt. Klaus Kallenbrunnen verantwortet mit seinen knapp 29 Jahren das internationale Digital Business von HAIX. HAIX lässt ihn machen. Und das sehr erfolgreich. Deutlicher kann kaum gezeigt wie es klappt. Im positiven Sinne: „Der Fisch beginnt vom Kopf zu stinken“ Hat die Entscheiderebene ein Verständnis für die digitalen Veränderungen, dann klappt das auch mit einer passenden Strategie.

Ich selber war richtig erschrocken wie lahm doch die deutsche Industrie ist, und habe „am eigenen Leibe“ erkennen können warum so Quereinsteiger wie z.B. Zalando richtig den Markt abräumen. Gleichfalls grandios fand ich die vielen Gespräche aus denen ich entnehmen konnte, dass die meisten doch in den Startlöchern sitzen. Man muss sie eigentlich nur von der Leine lassen.

Oder: Der Fisch stinkt am Kopf!

Ich habe auch geredet. Eine Zusammenfassung findet ihr hier.