Mit der englischen Einstiegsseite eBay Local adressiert der Marktplatz eine C2C ausgerichtete lokale Lösung. Ähnliches kennen wir von eBay-Kleinanzeigen. In England ist der lokale C2C Gedanke nur wesentlich smarter umgesetzt und wird zusätzlich noch durch ein grandioses Video unterstützt. Ziel ist es, dass sich Privatanbieter untereinander über lokale Angebote informieren können. Ein Versand der Artikel ist nicht vorgesehen. Dieses Angebot richtet sich zunächst nur an Konsumenten. EBay begegnet damit der Herausforderung vieler Privater, sperrige und schwere Artikel zu versenden.

eBay UK launcht eBay Local . Nicht nur in _de positioniert sich eBay lokal

(Quelle:wortfilter.de)

EBay ein Game Changer?

Der Marktplatz unternimmt viel, um sich Lokal zu positionieren: EBay Mönchengladbach, eBay Diepholz, eBay PLUS, kostenloses WLAN, eBay-Kleinanzeigen, 2015 einen C2C Pilot und nun der Launch in UK von eBay Local. Gerade Letzteres ist keine „kleine Sache“, sondern schon eine ausgereifte Produktsuche, die sich sicherlich auch „einfach“ auf andere Märkte übertragen lässt. Was hat eBay erkannt? EBay versteht, dass es in Zukunft keinen Unterschied mehr zwischen stationärem und Online-Handel geben wird. Und der Marktplatz stellt sich auf. Alle Hürden zur Integration des stationären und lokalen Handels in eBays Marktplatz werden beiseite geräumt. Ob eBay das Zeug zum Game Changer hat, hängt davon ab, wie konsequent und vor allem wie schnell sie die Projekte aus den Pilotphasen herausführen.

Das Henne-Ei Problem

Alle schönen Modelle bringen nichts, wenn der Konsument nicht seinen Spaß dran hat. Und genau da setzt der Marktplatz mit seinem eBay Local nun an. Er spricht seine treuste Community (C2C) an. 2015 gab es in Deutschland schon einen Piloten. Er nannte sich „Lokal verkaufen lohnt sich – #MyLittleBigVictory“. Am Ende des Tages haben Konsumenten und Händler verstanden, was Connected Commerce (hoffentlich) sein kann.

eBay UK launcht eBay Local . Nicht nur in _de positioniert sich eBay lokal

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And the winner is … Amazon?

Wer eBays Strategie kompromisslos (und vielleicht daher etwas wirklichkeitsfern) zu Ende denkt, kann zu dem Schluss kommen, dass Amazons Ökosystem doch nicht unangreifbar ist, unterstellt, die Auflösung der Grenzen zwischen Off- und Onlinehandel ist die Zukunft. Da frage ich mich, wer die besseren Werkzeuge zur Hand hat? Amazon, oder eBay?

Verpeilt der Handel diese Entwicklung mal wieder?

Nachdem Deutschlands größter und ältester Handelsverband HDE bis zum Jahre 2015 noch nicht einmal in der Lage war, seine eigenen Publikationen online zu verkaufen, habe ich so meine Zweifel, dass man nun, mit ausreichender Kompetenz und wissend um die Herausforderungen, es schafft, seine Mitglieder abzuholen. Vieles in diesem Verband erscheint mir eher wie wilder Aktionismus, als dass ich glaube, dass die Damen & Herren dort eine digitale Strategie leben.

Das Haar in der Suppe: Schwarm-Intelligenz oder Dummheit?

Und genau das ist die Frage. Jahrelang wurde den Händlern durch Kammern und Verbände eingehämmert, das Internet und der Onlinehandel sei der Feind. Klappt es jetzt, dass sich der Handel für das Internet und den verzahnten Handel begeistern lässt? Werden die Chancen und Notwendigkeiten erkannt? Haben IHK und Verbände mittlerweile die Chancen begriffen, oder sitzen da noch die ergrauten alten Herren und erzählen: „Das Internet, da kauft meine Frau immer Schuhe, das ist doch nicht wichtig“? (Anm.: Das ist so nahezu im O-Ton erzählt). Die große Unwägbarkeit sind die vielen Teilnehmer, die an einem Strang ziehen müssen. Ob das klappt?