Im Juni vergangenen Jahres berichtete ich über den Start des polnischen Marktplatzes Allegro in Deutschland.: allegro-Marktplatz Deutschland – Der polnische Marktführer ist auch nun als .de erreichbar!

Nach gerade mal einem Jahr ist Schluss

allegro.de ist down und die Domain wird auf das polnische Original weitergeleitet. Bereits 2016 vermutete ich, dass der Move nach Deutschland nicht mehr als reine Kosmetik war. Der Marktplatz stand zum Verkauf und der Anteilseigner, die afrikanische Naspers, wollte noch einmal schnell ihre Beteiligung aufhübschen.

Naspers bekam 3.25 Mrd US$ in die Kasse

Im Oktober 2016 wurde dann der Marktplatz an ein Permira-Konsortium verscherbelt. Danach war und ist es still um den polnischen Marktführer geworden. Im August gab die Allegro Group bekannt, dass sie Grzegorz Czapski als neuen ‚Entwicklungsdirektor‘ verpflichtet haben. Die Stelle wurde neu geschaffen und Czapski verantwortete die Bereiche M&A, B2B-Partnership, Entwicklung strategischer Projekte und Corporate Governance.

Wachstum durch Akquisitionen & strategische Partnerschaften

Allegros CEO Przemysław Budkowski kündigte seine neue Entwicklungsstrategie an. Wachstum durch Zukäufe und Partnerschaften. Ob das was wird? Im polnischen Markt dominiert der Portalbetreiber bereits sehr deutlich. Wachstum kann also nur durch Partnerschaften oder Zukäufe im nahen Ausland passieren. Wer steht aber noch zum Verkauf? Wer eignet sich als Partner? Euch fällt keiner ein? Mir auch nicht.

Polnische Allegro-Händler gehen auf die Barrikaden

In den entsprechenden polnischen Händlerforen und in einigen Medien wird die Erhöhung der Provision im August für Händler stark diskutiert und kritisiert. Teilweise wurden die Gebühren um bis zu 10% erhöht. Damit bezahlen Händler nach Angaben von Allegro maximal 15% Verkaufsporvision.

Warum der Rückzug aus dem deutschen Markt?

Mit nur noch 35k Besuchern im Juli 2017 war die Idee, die deutsche Seite abzuschalten, eine gute. Anfang des Jahres hatte allegro.de noch über 300.000 Besucher. (Quelle: Similarweb) Nur die Gründe für die Erfolglosigkeit erschließen sich mir nicht ganz. Im Grunde wäre mit geschicktem Marketing und Einbindung von Schnittstellenanbietern ein Erfolg möglich. Daher vermute ich hier ein ganz großes Versagen des Managements.