Diese Pressemitteilung kam gerade reingeflogen! Ich traute meinen Augen nicht: Fyndiq streicht in Deutschland die Segel. Ganz ehrlich, ich glaub, ich hab mich mal wieder richtig zum Affen machen lassen!

Eigentlich war die Idee ganz gut

Mit frischem Geld und einer halbwegs vernünftigen Strategie ausgestattet, hörte sich der geplante Markteintritt von Fyndiq gar nicht mal so schlecht an. Zunächst sollten Schnittstellen entwickelt werden, damit ein reibungsloser Listing- und Transaktionsablauf gewährleistet ist, dann sollten die Händler onboarded und zum Schluss die Kunden geködert werden. Daraus wird wohl nichts!

Diese Pressemitteilung gab es vor ein paar Stunden:

„Fyndiq verschiebt die Markteinführung gegenüber den deutschen Kunden – Öffnung für den grenzüberschreitenden Handel nach Schweden

Fyndiq fokussiert sich auf den wachsenden Heimatmarkt in Schweden. Die kommerzielle Einführung auf dem deutschen Markt wird vorerst auf Eis gelegt. Stattdessen wird der grenzüberschreitende Handel für deutsche Händler erleichtert.

Fyndiq ist seit sechs Jahren auf dem schwedischen eCommerce-Markt tätig und hat sich in diesen Jahren als führender Marktplatz mit einem Wachstum von 60 % in den letzten Jahren etabliert.

Nach nur drei Jahren hat Fyndiq mit einem Umsatz von 300 Mio. SEK 2015 das schwedische Ebay überholt. Im Juni 2015 ging Fyndiq nach Deutschland als ersten Markt außerhalb Schwedens.

„Fyndiq hat entschieden, sich auf den schwedischen Heimatmarkt zu konzentrieren. Das bedeutet, dass wir unsere kommerziellen Expansionspläne für den deutschen Verbrauchermarkt vorerst auf Eis legen“, so Dinesh Nayar, CEO und Gründer von Fyndiq.

Grenzüberschreitender Handel

Diese Entscheidung bedeutet jedoch nicht, dass Fyndiq den deutschen Markt verlässt. Fyndiq öffnet stattdessen für deutsche Händler den grenzüberschreitenden Handel nach Schweden. Dort können die Waren über das schwedische Fyndiq.se verkauft werden.“

Alles Schwätzer außer Mama!

Ist doch wahr! Geht mir das auf die Nerven, nein, das ist viel zu höflich auf den Sack! Da werden große Reden geschwungen, noch größere Ankündigungen gemacht und wenn abgeliefert werden soll, kommt nichts? Unglaublich! In ähnlicher Art und Weise hat es schon Rakuten versucht und so seine Sache voll verkackt.

Und eine solche Frittenbude soll man ernst nehmen?

Nä! Natürlich nicht. Leid tun mir nur die deutsche Mitarbeiter und auch Daniel Hirst. Noch vergangene Woche traf ich ihn auf unserem Stammtisch in Berlin. Er hielt die Fyndiq-Fahne noch recht hoch. Und jetzt? Die deutsche Launch-Seite ist augenblicklich sogar noch online.

Fazit

Ich finde Marktplatzvielfalt und Unabhängigkeit gegenüber den beiden Big-Playern wichtig und begrüße jede neue Marktplatzaktivität in Deutschland. Was mir aber in den letzten 12 Monaten untergekommen ist, geht auf keine Kuhhaut: Da haben wir Rakuten, die wie die Weltmeister getrommelt haben und dann ganz schnell den Schwanz einzogen. Dann die „Verbrecher“ von Crowdfox und jetzt noch die Schwätzer von Fyndiq. Alles auf dem Buckel der Händler, die permanent Entscheidungen treffen sollen und wollen, um sich unabhängiger zu gestalten.

Ganz ehrlich:

Da lobe ich mir doch einen Hitmeister und einen Hood die heimlich, still und leise, ohne großes Tamtam, ihr Geschäft seriös betreiben!