Amazon hat auf Amazon Marketplace einen eigenen Merchant Account und bietet dort über 40.000 Produkte an. Ihr glaubt es nicht? Schaut selbst.

Amazon als Marktplatzhändler

Unter dem Account ‚Amazon‚ tritt der Handelsriese auf Amazon Marketplace auf. Es werden im Händlershop von Amazon 40.582 Artikel angeboten. In den letzten 12 Monaten erhielt Amazon 796 Bewertungen. 550 davon in den letzten 30 Tagen.

Amazon als Händler

(Oben die Darstellung als Marketplace-Händler, unten Amazon im Eigenverkauf)

Händlershop von Amazon

(Screenshot Händlershop von Amazon)

Amazons Feedback-Verlauf

Als Marketplace-Händler ist Amazon auch bewertbar und jeder kann die abgegebenen Feedbacks einsehen. In den letzten 30 Tagen erhielt Amazon 550 Bewertungen. Davon waren 5% negativ und 1% neutral. Also erhielt dieser „Händler“ lediglich 94% positive Bewertungen. Anker, einer der größten Marketplace-Händler, hat in den letzten 30 Tagen einen Feedback-Wert von 100%.

Amazon - Details

(Amazon-Shop Feedbackverlauf)

In den Bewertungen werden häufig die Produktbeschreibung und der tatsächliche Lieferumfang kritisiert. So schreibt Groscha am 28.1.17: „Obwohl in der Produktbeschreibung von 2 CDs die Rede ist, tatsächlich kam nur eine CD. Schade, da tolle Musik drauf…“ Ein weiterer Kunde: „Hallo hier ist angegeben, dass das Kabel 100m lang sein soll, gemeint sind aber 100 Feet d. h. 30m. Habe es wieder zurückgeschickt.“

Das sind die Hintergründe

Im vergangenen Jahr schuf Amazon die Möglichkeit „Kauf meines Lagerbestands durch Amazon genehmigen“. Amazon schrieb:

„Amazon möchte Ihnen dabei helfen, dass Ihre Angebote mehr Aufmerksamkeit erlangen und Sie Ihren europaweiten Umsatz steigern können. Im Rahmen eines neuen Programms kann Amazon Ihre Produkte zum Angebotspreis auf Ihrer lokalen Marketplace-Site kaufen und diese möglicherweise über Amazon.co.uk, Amazon.fr, Amazon.it und Amazon.es weiterverkaufen.“

Zunächst war das Programm also nur auf wenige europäische Marktplätze beschränkt. Das hat sich nun geändert. Amazon weitet das Programm auch auf den deutschen Marketplace aus und bietet Produkte an, die von anderen Marketplace-Händlern auf europäischen Marktplätzen zugekauft worden sind. Um diesen Prozess abzubilden, bedient sich Amazon eines eigenen Marketplace-Accounts.

Amazon erreicht damit eine bessere Produktverfügbarkeit auf allen Marktplätzen und schließt dadurch Sortimentslücken. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn dadurch kann der Handelsriese selber in wettbewerbs- und markenrechtliche Grauzonen geraten.

Liefer-Herausforderungen

Hat Amazon selber den Artikel gerade nicht auf Lager, spielt er auch gerne solche Angebote über den eigenen Marketplace Account aus (indem Amazon zukauft):

Wii U Mikrofon

(Nitendo: Wii U Mikrofon)

Schlanke Prozesse

Die Abwicklung der An- und Verkaufs-Prozesse lässt sich schlicht einfacher über einen eigenen Merchant-Account abwickeln. Die Integration der Warenbeschaffung, wie auch des Verkaufs in das Eigengeschäft, ist wesentlich komplexer. Amazon geht hier also den „hands on“-Weg und agiert mit einem eigenen Verkaufs-Account. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas „strange“ aus, ist aber absolut nachvollziehbar.

Mein Kommentar aus 2016 zu diesem Programm

Gut oder Schlecht? Standard steht auf aktiv?

Darüber kann man jedenfalls streiten. Ich sehe eher die Chancen, als die Risiken. Daher finde ich es gut, dass die Einstellung standardmäßig aktiviert ist. Denn: Einem Großteil der Händler, die sich noch nicht an den international Versand ran trauen, bietet dieses Angebot von Amazon eine großartige Chance […]

(Ich benutze Affiliate Links in diesem Bericht)