Stefan Grimm ist Mit-Gründer und CEO der Online-Plattform Restposten.de. In einem sehr ausführlichen Interview im Online- und Printmedium Internetworld äußert er sich sehr ausführlich zum Thema Retouren und Restposten. Er bezeichnet Amazons verhalten als ‚vorbildlich‘

„Amazon handelt absolut vorbildlich“

Das Amazon-Bashing wegen der Vernichtung von Retouren ist vollkommen unangemessen, findet Stefan Grimm, Geschäftsführer von Restposten.de. Die Kritik sollte sich eher an die Politik richten, die Zweitverwertung von Produkten stärker als bisher fördern sollte.

Sie haben als Retouren- und Restposten-Spezialist haben ja einen guten Einblick in die Retourenverwertung von Online-Händlern. Wie beurteilen Sie die Praxis von Amazon: Typisches Geschäftsgebaren oder verantwortungsloses Handeln?

Stefan Grimm: Im uns bekannten Markt für Konsumgüter inklusive Textilien, Lebensmitteln  und Werkzeug handelt Amazon unserer Einschätzung nach absolut vorbildlich. Die Rückführung und Verwertung von Retouren wird im höchsten Maß professionell organisiert und vor allem sehr offen und ohne Behinderung der Zweitmärkte umgesetzt. Ganz im Gegensatz zu anderen Marktteilnehmern und Marken im Bereich Textil & Fashion, Lebensmitteln oder Werkzeug. Hier gibt es häufig weder Prozesse noch überhaupt Bestrebungen, Retouren und Überhänge aufzuarbeiten oder zu verwerten. Vielfach besteht der Plan einzig und alleine in der Entsorgung der Ware beziehungsweise der Verschrottung, um die Marktpreise stabil zu halten. Oder sehen Sie sich an, was im Lebensmittel Einzelhandel organisiert mit kurzen MHDs passiert. Natürlich ist jeder nicht in die Zweitverwertung zurückgeführte Artikel einer zuviel, trotzdem ist die aktuelle Berichterstattung zu Amazon unserer Ansicht nach von anderen Beweggründen getrieben als dem vorgeschobenen Umweltbewusstsein.

Stefan Grimm im Wortfilter-Händler Talk zum Thema: China Sourcing vs. Restposten