Heute wurde die Geoblocking Verordnung der EU wie die ‚Sau durch’s Dorf‘ getrieben. nahezu jedes Medium berichtete darĂŒber. Einige leider falsch. Hier erfahrt ihr was ihr dĂŒrft und was nicht. In einigen Medien wurde berichtet, dass die Verordnung fĂŒr gleiche Preise innerhalb des EU-Binnenmarktes sorgen soll. Das ist falsch.

Geoblocking: Wasn das?

Der Begriff Geoblocking beschreibt GeschÀftspraktiken, bei denen ein Kunde aufgrund seiner NationalitÀt, seines Wohnortes, seines Aufenthaltsortes oder seines Firmensitzes benachteiligt wird.

Also darf ich an auslÀndische Kunden keine anderen Preise mehr berechnen?

Aber klar dĂŒrft ihr das. GemĂ€ĂŸ Artikel 4 Abs 2 ist das immer noch möglich. FĂŒr euch als MarktplatzhĂ€ndler Ă€ndert sich wenig. Shopbetreiber haben ein wenig mehr zu beachten.

HĂ€h, warum gibt’s die dann ĂŒberhaupt?

Ok, das fragen sich viele. Dem Grunde nach möchte die EU-Komission jeden Verbraucher einen gleichen Zugang zu Waren und Dienstleistungen verschaffen.

Und was bedeutet das jetzt?

  • HĂ€ndlern ist es nicht erlaubt, den Zugang zu ihrer Internetseite und ihren Online-Diensten aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des Firmensitzes des Kunden zu sperren oder zu beschrĂ€nken.
  • HĂ€ndler dĂŒrfen Kunden nur noch nach deren ausdrĂŒcklicher Zustimmung auf lĂ€nderspezifische Webseiten umleiten. Eine Ausnahme gilt, wenn dies aus zwingenden rechtlichen GrĂŒnden notwendig ist.
  • Kunden mĂŒssen die Möglichkeit haben, mit einem HĂ€ndler ihrer Wahl im EU-Ausland einen Vertrag abzuschließen. Zwar wird der HĂ€ndler nicht dazu verpflichtet die Ware ins Ausland zu liefern, allerdings muss er die Abholung der Ware oder aber eine selbststĂ€ndige Organisation der Lieferung durch den Kunden ermöglichen. Der HĂ€ndler darf auch freiwillig in bestimmte LĂ€nder liefern und bestimmte LĂ€nder von der Lieferung ausschließen. Kunden aus den ausgeschlossenen LĂ€ndern mĂŒssen dann aber wiederum die Möglichkeit haben, die Ware abzuholen oder die Lieferung selbst zu organisieren.
  • Kunden muss es möglich sein, eine Dienstleistung im Land des Anbieters zu gleichen Bedingungen wie Einheimische in Anspruch zu nehmen.
  • Rein elektronisch bereitgestellte Dienstleistungen, die nicht urheberrechtlich geschĂŒtzt sind (z. B. Software oder Webhosting), mĂŒssen EU-weit erworben werden können.
  • Die GeschĂ€ftsbedingungen mĂŒssen fĂŒr alle Kunden aus dem In- und Ausland gleich sein.
  • Den HĂ€ndlern steht es weiterhin frei, nur bestimmte Zahlungsmittel anzubieten, solange mindestens ein kostenfreies Zahlungsmittel dabei ist.

(Quelle: evz.de)

Geht das noch was konkreter?

Nein, also fast nein. Es Ă€nderst sich kaum etwas. Also dann wenn ihr keine Online-Shops betreibt die eure auslĂ€ndische Kunden auf bestimmte Seiten routen. Wenn ihr das macht ist das böse und ihr mĂŒsst die Zustimmung der Verbraucher (DOI-verfahren) einholen.

Wichtig ist die neue Verpflichtung, dass Kunden aus dem EU-Ausland zu den gleichen Bedingungen, wie einheimische Verbraucher bestellen können, jedoch haben sie keinen Anspruch auf eine Lieferung in das EU-Ausland. Der Verbraucher muss die Möglichkeit bekommen, die Ware abzuholen oder abholen zu lassen. Eine andere Option ist, dass der Verbraucher den Versand selbst organisiert. Das war’s!