eBayDE: chinesische Online Händler, eine kleine Zusammenfassung

Zunächst möchte ich mich erst einmal herzlich für die rege Teilnahme an der Umfrage und die große Anzahl an Rückmeldungen bedanken.

Ich werte gerade jede Mail aus.

Es wird jetzt sicher ein paar Wochen dauern bis ich von den Markplatzbetreibern eine Rückmeldung zu meiner Auswertung, sowie zu den Rechts- und Steueraufsätzen habe.

Zwischenzeitlich werde ich aber weiter berichten, z.b. über die Anforderungen die chinesische Händler erfüllen müssen um auf eBayDE Artikel zu listen.

Hier die häufigsten Rückmeldungen, von mir kommentiert:

Versand der Ware passiert aus China. Zoll- und Einfuhrumsatzsteuer Betrug durch Angabe falscher Warenwerte. Gewinne werden nicht versteuert.

Kommentar: Ja, das stimmt. Hier ist großes Betrugspotential. Und ich glaube das hier auch ein echter volkswirtschaftlicher Schaden entsteht. Die erzielten Gewinne müssen NICHT in Deutschland versteuert werden. Der chinesische Verkäufer hat keine Betriebsstätte in Deutschland.

Die Ware lagert in Deutschland und wird von dort aus versendet. Der Chinese versteuert den Gewinn nicht, und begeht Umsatzsteuerbetrug.

Kommentar: Bei Einfuhr der Ware wird EUSt erhoben. Diese ist nicht zu umgehen. Maximal ist sie durch Angabe des warenwertes beeinflussbar. Gewinne müssen auch dann nicht in Deutschland versteuert werden, wenn die Ware aus Deutschland versendet wird. Entscheidend ist, dass der Händler keine Betriebsstätte in Deutschland hat.

Der chinesische Anbieter kann so günstig anbieten, dass ich dort nicht mithalten kann. Er verkauft teilweise günstiger als ich selber einkaufe.

Kommentar: Hier sollte sich jeder Händler an die eigene Nase packen. Die Disruption von Handelsstufen hat nicht nur begonnen, sondern sie ist schon weit fortgeschritten. Händler die hierauf keine Antwort finden (wollen/können), bleiben auf der Strecke. Wer nicht möglichst nah am Hersteller einkauft, hat in Zukunft noch größere Probleme Margen zu erzielen.

Was mir noch häufig aufgefallen ist, scheint die weit verbreitete Meinung zu sein, dass wenn eine bekannte Marke „drauf klebt“ die Ware zwangläufig Made in EU oder Made in Germany sein muss. Weit gefehlt! Auch diese Artikel sind größtenteils in Asien produziert worden.

Vorbildlich wie große Marken sich dem „China“-Druck widersetzen. Ich denke das ist auch ein Weg, den viele kleine gehen können, sollen und müssen. Stichwort: Eigenmarke!

Zum Abschluss hier noch eine weitere Mail eines Lesers, der die China-Angebote als störend empfindet:

Sehr geehrter Herr Steier,

habe soeben Ihren Artikel über die „Chinesenflut“ bei eBay gelesen.

Das nervt nicht nur deutsche Händler, sondern auch Kunden wie mich.

Wenn man in manchen Kategorien (Elektronik, Handy-Zubehör etc.) nach bestimmten Artikeln sucht muß man sich regelmäßig durch seitenweise 1,-€ China-Billig-Angebote wühlen – oder man beginnt die Suche am anderen Ende, bei den höchsten Preisen.

Das kann es doch wohl nicht sein.

Der eine oder andere Kunde wird dann sicherlich gleich bei Amazon kaufen – da weiß man nämlich was man bekommt und muss nicht erst AGB´s und Versandbedingungen nach versteckten Fallen durchforsten.

Im Übrigen ist die Suche bei eBay in manchen Kategorien mehr als mühsam, weil seitenweise identische Artikel eingestellt werden und man Mühe hat, die Suchfilter so einzustellen, dass man z.B. nur Neuware vom Händler angezeigt bekommt und keine „Neuware“ aus zweiter Hand. Das wird sicherlich viele Kunden verunsichern und überfordern.

Mein Vater (78 Jahre) kauft deswegen bevorzugt bei Amazon, weil ihn die Sucherei bei eBay überfordert und ihm die Zeit dafür zu schade ist.

Möglicherweise generiert eBay so mehr Umsatz – kundenfreundlich ist aber was anderes.

Gruß

Ralf Xxxxxx

Ursprungsartikel:

https://www.wortfilter.de/news15Q1/4884-Gefahr-der-eBay-China-Haendler.php

https://www.wortfilter.de/news15Q1/4889-China-Haendler-aus-Sicht-eines-Privatkunden.php