eBay hat den asiatischen Markt lange Zeit vernachlĂ€ssigt und auch die eine oder andere Schlappe hinnehmen mĂŒssen. Nun plant der Plattformbetreiber neue Projekte. Auf dem japanischen Markt sollen grĂ¶ĂŸere Investitionen getĂ€tigt werden und ein Wiedereintritt in den indischen E-Commerce steht kurz bevor. Sowohl in Japan wie auch in Indien identifizieren viele Experten hohe Wachstumschancen. Aber beide MĂ€rkte gelten auch als sehr schwierig. Das hat auch schon der Rivale Amazon zu spĂŒren bekommen.

eBay, Flipkart und Indien

Walmart hat sich Flipkart Anfang des Jahres unter den Nagel gerissen. eBay verkaufte seine Anteile mit gutem Profit. Flipkart gilt als MarktfĂŒhrer in Indien vor Amazon, Indien als einer der attraktivsten MĂ€rkte mit den grĂ¶ĂŸten Wachstumschancen. Die zweitgrĂ¶ĂŸte Demokratie verzeichnet seit Jahren einen stetigenWirtschaftsaufschwung.

Rund um das regionale Festival >Diwalo< vermeldeten etliche Akteure RekordumsÀtze. Trotzdem tun sich auch die Wettbewerber Walmart und Amazon auf dem indischen Markt sehr schwer. Beide Unternehmen pumpen viele Resourcen in den asiatischen Markt.

„Ich kann bestĂ€tigen, dass wir PlĂ€ne haben, unsere eBay India-Seite wieder zu öffnen, und wir sollten Anfang nĂ€chsten Jahres ein Update zu diesem Thema erhalten. Wir empfehlen, unsere AnkĂŒndigungsseiten fĂŒr weitere Details im Auge zu behalten“, bestĂ€tigte ein eBay-Mitarbeiter gegenĂŒber dem englischem Medium Tameby.

Das Invest Qoo10 fliegt nicht so richtig

In Japan dominiert nach wie vor Rakuten den Markt. Danach folgt der Dauerrivale Amazon.  Qoo10 wurde Anfang 2018 vollstĂ€ndig von eBay ĂŒbernommen und hat rund 2 Mio. japanische Kunden. Was genau eBay nun mit Qoo10 und in Japan plant, steht noch in den Sternen. Einfach wird es mit Sicherheit nicht.

Versuch & Irrtum

Rein in den Markt, raus aus ihm und wieder rein. So ungefĂ€hr lĂ€sst sich eBays Dauerstrategie treffend beschreiben. Sie ist geprĂ€gt von DiskontinuitĂ€t und fehlendem Durchhaltevermögen. Es darf nicht vergessen werden, dass das Unternehmen aus San JosĂ© sich in Japan bereits einmal den Platz 2 hinter Rakuten erarbeitet hatte. Und mit seinen Flipkart-Anteilen war man auch in Indien am MarktfĂŒhrer beteiligt.

Nach Jahren der Abstinenz in Japan und dem lukrativen Verkauf der Flipkart-Beteiligung einen Neueinstieg in Asien zu wagen, zeugt von einer gehörigen Portion an ‚Schubse‘, die Devin Wenig hat. Und die wird er auch benötigen, denn der asiatische Markt ist fĂŒr westliche Unternehmen noch nie einfach gewesen.


Alle Akteure die sich sowohl in Indien als auch in Japan versuchen zu positionieren, haben die Taschen voller Geld. Vor allem sind sie aber auch bereit, es auszugeben. In Japan ist Rakuten ĂŒberraschenderweise sehr beliebt. Und der Konkurrenzkampf zwischen Amazon und Flipkart ist noch lange nicht ausgestanden.

Ergo: eBay muss richtig was tun, um in den per se komplizierten MĂ€rkten erfolgreich zu sein. Da hat der liebe Devin sich etwas vorgenommen. Ob er das schaffen wird?