In Amerika startet eBay gerade eine Umfrage zum Thema Fulfillment. In Deutschland sind wir da schon ein ganzes Stück weiter. Bereits seit über einem Jahr ist ein Fulfillment Pilotprojekt mit eBay, DHL und Plentymarkets im Gange.

Im U.S. Markt startet eBay eine Umfrage bei Händlern

Ina Steiner berichtet heute auf ihrem Blog, dass der Marktplatz-Betreiber darüber nachdenkt, ein eigenes Fulfillment für seine Händler anzubieten.

„eBay is working to create fulfillment options that are faster, more affordable and more reliable for buyers. This next exercise will help us understand your preferences for a third-party fulfillment solution.“ (Quelle: eBay Umfrage)

Die Umfrage impliziert, dass es nur noch um das ‚Wie‘ geht und die grundsätzliche Entscheidung, dass es einen Fulfillment Service geben wird, schon längst gefallen ist. Das wird auch stimmen, denn in Deutschland arbeitet eBay bereits seid über einem Jahr an der Umsetzung im Rahmen eines Pilotprojekts.

Plentymarkets, DHL & eBay

Auf dem diesjährigen Plentymarkets Kongress stellte Jan Griesel, CEO von Plentymarkets, in einem Nebensatz den Piloten vor. Knapp beschrieb er, dass es ihn gibt. Die Urheber des Projekts wollten Händler animieren, beim Piloten mitzumachen.

Und so soll die Fulfillmentlösung aussehen

DHL übernimmt die Lagerung und den Versand. Die notwendigen Schnittstellen zu eBay und anderen Systemen werden von Plentymarkets entwickelt und bereitgestellt. eBay wird das eigene Fulfillment bewerben.

Ruhig war es über das Jahr hinweg

Seit der zaghaften Ankündigung war es sehr ruhig um das Projekt. Es gab kaum News für die Öffentlichkeit und auch intern ließ eBay wenig über das Projekt verlauten. Das wird sich jetzt wohl ändern. Gut so.

Paintpoint: schneller Versand

In meinen Augen ist das fast eBays größte Schwachstelle: der schnelle und vor allem vertrauensvolle Versand. eBay Plus war schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber zu viele Verbraucher werden nachwievor enttäuscht, da die Ware dann doch nicht immer so schnell, wie erwartet, bei ihnen ankommt. eBay braucht eine zuverlässige und schnelle Versandmöglichkeit. Und dieser müssen die Konsumenten vertrauen. Schafft eBay das, dann werden die Kunden in Scharen die Plattform stürmen. Fragen wir uns doch alle einmal selbst: Wo kaufen wir ein, wenn etwas dringend benötigt wird? …genau, NICHT bei eBay.

Bietet die Plattform den Konsumenten hier eine vertrauenswürdige Lösung, wird sich das unmittelbar auf ihr Kaufverhalten auswirken.

Das gab’s doch schon: eBay Enterprise

Bekannt sollte mittlerweile jedem sein, dass eBay nicht das Händchen für Beteiligungen hat. Skype war seiner Zeit voraus, und auch Magento, Afterbuy und eBay Enterprise hätten ein großartiges Paket für die Händler abgeben können. Aber eben nur: …hätte… Das U.S. Unternehmen scheint dazu nicht in der Lage zu sein und hat deshalb nach und nach alle Beteiligungen aufgelöst.

eBay Enterprise war die angedachte Fulfillmentlösung: eBay Enterprise verfügt in Europa über mehr als 300 multinationale Fachleute, die in den vier europäischen Büros in Barcelona, Berlin, London und Manchester vielfältige Lösungen für Omnichannel-Handel und interaktives Marketing für führende Händler und Marken anbieten. eBay Enterprise ermöglicht Omnichannel-Handel auf globaler Ebene. Die Dienstleistungen und Lösungen von eBay Enterprise reichen von Digital Marketing Solutions, Website-Technologie, Order Management & Payment-Diensten, Omnichannel-Lösungen bis zu Fulfilment und Kundenservice-Diensten. Die Lösungen von eBay Enterprise sind sowohl als einzelne Dienste als auch als Teile einer integrierten Dienstleistungslösung verfügbar. eBay Enterprise bietet seine Services mehrheitlich auf der Basis von rein umsatzorientierten Verträgen an.

Leider hat der Marktplatz damals nicht begriffen, wie wichtig ein eigenes Fulfillmentangebot ist. Leider.

Besser spät als nie

Auch wenn eBay erst jetzt eine praktikable Lösung anbietet – besser spät als nie. Ohne eine eigene Fulfillment-Lösung wird die Plattform niemals in der Lage sein, gegenüber den Kunden ein vertrauenswürdiges Versandversprechen abzugeben und einzulösen. Das muss dann noch nicht einmal an den Händlern selbst liegen, alleine die breite Streuung der Zustellzeiten bei DHL reichen aus. Ist man mit seinen Sendungen bei DHL nicht priorisiert, passiert es immer wieder, dass diese ’stehen bleiben‘ wenn anderen Großversendern Vorrang gegeben wird. Und der Umstand, dass ganze DHL-Tagesversendungen nicht taggleich erfasst werden, ist ja jedem Händler bekannt.

Fazit: Endlich! Das wurde aber auch Zeit! Und hoffentlich wird aus dem Piloten bald ein eigenes Fulfillment-Program. Es ist 5 vor 12.