Vielen ist aufgefallen, dass die ProtectPax-Produkte aus den Aldi Süd Regalen verschwunden waren und dass die Seite der Gründer bis heute Morgen lahmgelegt war. Die offizielle Begründung des Unternehmens lautet, dass das Produkt ausverkauft sei. Das stimmt aber nicht. ProtectPax  darf wegen einer Einstweiligen Verfügung zur Zeit nicht im Handel vertrieben werden. Das Anschreiben der DS Produkte GmbH an seine Kunden liegt mir vor.

So das Statement auf Facebook

In vielen Medien wurde ja bereits gemutmaßt, dass die Aussage von ProtectPax nicht ganz der Wahrheit entspricht. Chip.de liegen Aldi-interne Dokumente vor, dass das Produkt einem sofortigen Verkaufsverbot unterliegt.

ProtectPax

Das ist mal eine handfeste Lüge – gegenüber Kunden und Verbrauchern.

So informierte die DS Produkte GmbH seine Kunden

(Dieses Schreiben ging an alle DS Kunden)

Heute wurde mir dann das Anschreiben von Dümmels Unternehmen der DS Produkte GmbH zugespielt. Dieses Schreiben ist an alle gewerblichen Abnehmer versendet worden. Aus dem Schreiben geht hervor, dass auf Grund einer einstweiligen Verfügung der Vetrieb des Produktes ab sofort untersagt ist.

DS Produkte GmbH wurde abgemahnt

Ursache für die einstweilige Verfügung war u.a. die Werbeaussage: „100% bruch- und kratzsicher“. Das ist irreführende Werbung. Abgemahnt haben soll der Verband Sozialer Wettbewerb e. V. mit Sitz in Berlin. Der über 30 Jahre alte Verband – so liest es sich, wenn man googelt – hat sich durch seine Abmahnpraxis wenig Freunde gemacht. Er gehört zu der Abmahnindustrie, die so nötig ist wie ein Pickel am Hintern. Der verbandeigene Internetauftritt erinnert an Webseiten aus den Anfängen des Internets.

Verband-Sozialer-Wettbewerb-e-V

Wie geht es nun weiter mit ProtectPax ?

Auf einigen Internetseiten war der Displayschutz zwischenzeitlich wieder verfügbar, nachdem die Verpackung und die Produktbeschreibung geändert worden waren. Diese Veränderung ist zum Schmunzeln. Nun schreibt der Hersteller: „Bruch- und kratzfester“. Allerdings wurde das Angebot wieder aus dem Otto-Store entfernt.

Die zu Dümmel gehörende Firma in-trading Handelsgesellschaft mbH und der Geschäftführer Markus Gahr, der den eBay-Account ‚hoehle-der-loewen-shop‚ betreibt, haben ebenfalls die Produktbilder und Angebotstexte schnell ausgetauscht. Bei Amazon wurden sogar die Angebote gelöscht und gestern um 9:36 Uhr neu gelistet.

ProtectPax-amazon

Bei eBay wurden die Bilder heute um 9:42Uhr ausgetauscht. Alles in allem dürfte das für ProtectPax und die DS Produkte GmbH von Herrn Dümmel ein sehr aufwendiges Unterfangen gewesen sein. Auch wenn die Umsätze beachtlich waren, die Kosten sind es jetzt auch.

ProtectPax-ebay

Mutiges Geschäftsmodell der DS Produkte GmbH: 100% Rückgaberecht

Wie mir von Geschäftspartnern des Unternehmens berichtet worden ist, ist der Vertrieb für Herrn Dümmel sehr risikoreich. Die Vertriebsvereinbarungen der DS GmbH sehen vor, dass Kunden die Ware zu 100% zurück geben können. Jederzeit. Diese Vertriebsstrategie kann oft gut gehen, hier aber dann wohl eher nicht.

Letztlich ist es einfach, Produkte im Handel zu platzieren, wenn der Händler kaum ein Risiko eingeht und 100% der Ware retounieren kann. Das scheint mir dann auch einer der Schlüssel zum Erfolg von Herrn Dümmel zu sein.

Schaut man einmal auf die Verkaufszahlen, dann versteht man die Marketingmaschine DHDL

Diese Woche berichtete Dümmel auf der NEOCOM von der unfassbaren Potenz der Marketingmaschine DHDL. Innerhalb von 30 Minuten nach Erstausstrahlung verkauften sich fast 30.000 Einheiten des Displayschutz über QVC. Und auch die Verkaufszahlen auf eBay können sich sehen lassen. Die Artikelnummer: 192298463100 wurde alleine 4.500 verkauft. Die Amazon-Zahlen habe ich nicht ausgewertet. Sie dürften aber die anderen noch übertreffen.

An Unprofessionalität kaum zu überbieten

Um so verwunderlicher ist doch die fehlende Professionalität, mit der das Produkt vertrieben worden ist. Bereits vor 14 Tagen wurden einige Stimmen laut, die die Werbeaussagen von ProtectPax in Frage stellten. Während jeder KMU-Händler seine Werbeaussagen überprüft, scheint sich Dümmel hier für unangreifbar zu halten. Die Quittung hat er nun bekommen.

Aber auch das Facebook-Posting ist völlig daneben. Es war doch zu erwarten, dass die Abmahnung und die einstweilige Verfügung sich nicht unter den Teppich kehren lassen. Sich so der plumpen Lüge überführen zu lassen, das hat schon etwas.