Der HDE ist Deutschlands größter und ältester Handelsverband. Er wurde 1919 gegründet und vertritt den Einzelhandel. Ihm gehören das „Who is Who“ der deutschen Wirtschaft an: OTTO, Douglas, EDEKA und selbst eBay ist Mitglied.

Natürlich hat der HDE auch eine digitale Agenda: „Der HDE begleitet und gestaltet den laufenden Digitalisierungsprozess mit dem Ziel, das Potenzial für den Handel in einer zunehmend digitalen Gesellschaft auszuschöpfen.“

Es sollte also so sein, dass ein solcher Verband, mit eigenen Justitiaren, und der für sich reklamiert, den Digitalisierungsprozeß im Handel zu gestalten, eCommerce kann.

Weit gefehlt. Die Geschichte: Der HDE bietet auf seinen Seiten Publikationen zum Kauf an:

Schon im Angebot macht der HDE alles falsch, was auch nur falsch gemacht werden kann. Notwendige Belehrungen fehlen genauso wie eine rechtskonforme Preisangabe. Der Verkaufspreis wird netto angegeben. Versandkosten werden erst gar nicht genannt.

Der Link zur Widerrufsbelehrung offenbart dann den Rest des Grauens:

Diese Widerrufsbelehrung hätte wohl jeder 1. Semester Jurastudent besser hinbekommen. Unglaublich. Da kann wohl jede Frittenbude, Hinterhofklitsche oder Wohnzimmerverkäufer besser Online, als Deutschlands größter Handelsverband!

Ein Tipp von mir:

Es gibt andere Handelsverbände wie den BVOH und den Händlerbund. Sie bieten einen kostengünstigen Onlinecheck an. Trusted Shops stellt sogar kostenlos notwendige Rechtstexte zur Verfügung.

Lieber HDE, vielleicht solltet Ihr einmal diese Angebote beanspruchen, dann klappt das auch mit dem Online Ding.

Der weitere Bestellprozess ist nicht weniger spektakulär beim HDE. Scheinbar ist der Begriff Online-Shop noch nicht im HDE angekommen. Jedenfalls wird dort der Bestellprozess über ein Online-Umfrage-Tool, surveymonkey.com, gelöst.

Und noch Tipp von mir:

Lieber HDE, schaut einmal bei wundery.com, dort kann man völlig kostenlos einen eigenen Online-Shop erstellen. Und: Er ist sogar auf mobil nutzbaren Geräten optimal dargestellt (full responsiv)

30 Minuten nachdem ich mich beim HDE telefonisch gemeldet habe, war die Seite offline. Sie ist es auch noch:

Da muss der HDE wohl erst mal Expertenmeinungen einholen.

Meine Meinung:

Ich kann jetzt noch viele Boshaftigkeiten und Überspitzungen rein interpretieren. Das wäre vielleicht lustig oder boshaft, träfe aber nicht den Nagel auf den Kopf.

In aller Deutlichkeit zeigt der HDE hier, wie wenig er das Online Leben doch verinnerlicht hat. Während selbst der kleinste Online Händler bei Eröffnung eines Online Shops weiss, dass er seine Angebote rechtlich zu prüfen hat, hat sich ein solches Bewusstsein beim HDE weder durchgesetzt noch verinnerlicht.

Aber eine digitale Agenda hat der HDE!

Und das soll glaubwürdig sein? Nein. Der HDE gaukelt seinen Mitgliedern und der Öffentlichkeit vor, er hätte Gestaltungskompetenz und Expertise im eCommerce.

Die nackte Realität sieht anders aus. Stümper sitzen dort, die weder Ahnung noch Expertise haben und schon gar nicht den eCommerce leben.

Zum Schluss dann doch noch eine Spitze. Olaf Kolbrück von etailment.de hat es so treffend auf Twitter gepostet: