Ich berichtete hier über MyDealz und die Sperrung von Conrad Elektronik auf dieser Plattform. Das Verhalten von Conrad Elektronik nahm ich zum Anlass eine umfassende Anleitung zu schreiben, wie jeder erfolgreich die MyDealz Regeln umgehen kann.

Meine klare Meinung zum Verhalten von Conrad Electronic und auch zur Anwendung meinerAnleitung. Ich finde das Verhalten von Conrad Elektronik und die Benutzung meinerAnleitung, illegal, schlecht und wettbewerbswidrig!

Die Idee meiner Anleitung ist es nicht das wettbewerbswidrige Verhalten zu fördern, sondern es ad absurdum zu führen. Kennt jeder die Methoden und wendet sie an, ist der Plattformbetreiber gezwungen zu handeln. Es bricht sein Geschäftsmodell weg. Das betrifft nicht nur MyDealz, sondern jede Bewertungsplattform, und nichts anderes ist MyDealz auch.

Mir ist klar, dass mein Artikel nicht bei allen auf Zustimmung trifft. Diejenigen, die die „Schummel Anleitung“ bereits nutzen, sehen ihren vermeintlichen Vorteil in Gefahr und die anderen, die ein solches Verhalten (zu Recht) scharf verurteilen, sehen in der Anleitung eine Förderung von wettbewerbswidrigem Verhalten.

Plattformen wie MyDealz, aber auch Bewertungsplattformen haben nur dann Nutzen für die Kunden, wenn sie fair und möglichst frei von Manipulationen sind. Das bedeutet die Plattformbetreiber selbst und auch die gewerblichen Teilnehmer sind gehalten, zum einen die Plattform sicher vor Manipulation zu machen und zum anderen fair und gesetzteskonform zu Handeln.

Kunden erkennen sehr schnell, wenn sie beschummelt werden und ein gutes Modell ist tot.

Wenn auch gerade nur das Conrad Elektronik Verhalten im Fokus steht, andere Große machen es nicht anders. Es wird ja bei notebooksbilliger.de, priceguard ähnliches vermutet, bzw. ist belegt. Und auch bei PayPal ist ein ähnliches Verhalten dokumentiert.

Was treibt aber diese Unternehmen in ein solches Verhalten? – Wer ist dafür verantwortlich?

In den meisten Fällen wird sich das wettbewerbwidrige Verhalten, als außen stehende Person, nicht klären lassen. Im aktuellen Conrad Fall kann man ja einmal vermuten:

Die Produktmanager erhalten Provisionen beim erfolgreichen Abverkauf ihrer Artikel.

Das bedeutet jeder Manager hat eine eigene Motivation, dass sich die Artikel über jeden erdenklichen Kanal famos vertreiben lassen.

Und eben diese Motivation treibt seltsame Stilblüten. Nämlich das eigenmotivierte Anlegen von Fake-Accounts und das stark wettbewerbswidrige Verhalten. Einige Male mit Kollegen auf dem Flur gesprochen und schon weiß jeder Produkt-Manager wie es geht.

Die Gretchenfrage ist ja nun:

Wusste die Geschäftsführung davon?

Das wird sich wohl nie klären lassen. Eines ist aber sicher. Dieses Provisionsmodell lässt sich hervorragend dazu nutzen im Nachhinein alle Schuld vom Unternehmen zu weisen und es auf einen einzelnen oder mehrere Mitarbeiter zu schieben.

Und als hätte ich es nicht geahnt. Der neue Conrad Chef Ruban äußert sich diese Woche wie folgt:

„Das war das Werk eines überambitionierten Mitarbeiters, nicht die Strategie unseres Unternehmens und es tut uns sehr leid, wenn Kunden dadurch schlechter gestellt worden sind. Nachdem wir von den Fake-Accounts erfahren haben, haben wir diese sofort abgeschaltet und auch mit dem betreffenden Mitarbeiter gesprochen.“ (Quelle:CP)

Ich bin ja wirklich gutgläubig, aber an den Klapperstorch glaube ich nicht.

Meine Meinung ist da ganz klar: Die Conrad-Fake-Accounts und das dahinter stehende System, waren klar auf ein solches Verhalten ausgerichtet und der Geschäftsleitung bekannt. Und ich glaube nicht, dass ein einzelner Mitarbeiter in der Lage ist 100 Fake-Accounts anzulegen und zu betreiben. Das ist viel Arbeit, wie meine Anleitung ja aufzeigt.

Aber wo ist die Ursache zu suchen? – Ich vermute es fehlen bei Conrad-Electronic, wie auch bei den meisten anderen kleineren Unternehmen, Regeln zur guten Unternehmensführung (Compliance-Richtlinien).

Hier geht das Management in meinen Augen nicht nur einen völlig falschen, sondern auch einen gefährlichen Weg. Muss sich denn nicht jeder Kunde der die Conrad-MyDealz-Schnäppchen gekauft hat, betrogen vorkommen? Aber natürlich. Was hat Conrad gemacht? – Die Kunden böse „an der Nase rumgeführt“.

Solche Schummeleien mögen ja mal klappen, aber sie zeigen doch allzu deutlich wie wenig Conrad-Elektronik seinen Kunden wertschätzt, oder nicht?

Die Geschäftsleitung, auch die Neue, sendet ein falsches Signal. Solange sie Ihr System nicht ändert und klare Regeln zur guten Unternehmensführung einbringt und kommuniziert, werden solche illegalen Verhaltensweisen immer wieder passieren (zumindest aber kolportiert). Ob Sie auch immer aufgedeckt werden, das steht auf einem anderen Blatt Papier!

Conrad Elektronik kann sich, auch gerade mit der aktuellen Stellungnahme des neuen Chefs Holger Ruban nicht falscher verhalten.

Als eher größerer Marktteilnehmer ist es wichtig klar zu demonstrieren, dass faires Marktverhalten zum Erfolg führen, und nicht Schummelei.

Das hat Herr Ruban mit seiner Äußerung Nicht geschafft!

Und kaum einer merkt, dass der liebe Herr Ruban in einem kurzen Satz seine Kunden so richtig in den Hintern tritt:

„Die Art von Kundennachfrage, die dort hergestellt wird, ist für uns nicht von Interesse.“

Herr Ruban, welche Kunden hätten sie denn gerne? – Sind Sie in der Position sich diese auszusuchen? Sind es nicht gerade diese Kunden die Ihr Haus aus einem „Frittenbuden“-Image* raus geführt hat?

MyDealz ist die größte und reichweitenstärkste Plattform im deutschen Internet, die preiswerteAngebote identifiziert und einem Millionenpublikum zugängig macht

Aha, und diese Kundennachfrage wollen Sie nicht? Ja, dann formuliere ich das mal ein wenig um:

Herr Ruban möchte scheinbar keine Kunden die nach preiswerten Angeboten suchen!

Sehr mutig, und ich möchte schon fast sagen arrogant! – Aber das scheint ja zu Ihrer Firmenphilosophie zu passen, oder ?

Ich glaube Ihnen nicht, dass das illegale Verhalten Ihres (des vermeintlich einzigen, der involviert sein soll) Mitarbeiters nicht durch ein subtiles Provisionsmodell bewusst gefördert worden ist.

„Alles in allem handelte es sich bei der Angelegenheit für uns um Negativ-Publicity und um eine unerfreuliche Sache.“

Und das glaube ich Ihnen. Wer beim Schummeln auffliegt, hat halt Pech gehabt.

Learning: Nicht Schummeln!

Lesehinweis:

Aktuell diskutieren einige MyDealz User im Forum über die diese Äusserung von Holger Ruban:“ Die Art von Kundennachfrage, die dort hergestellt wird, ist für uns nicht von Interesse.“. Ich bin gespannt.

* kleinste Art eines Unternehmens