Diese Woche finden vom 1. bis 3. Juni die AMZCON und die Privat Label Days statt. 3 Tage Amazon satt für Merchants jeder Größe. Das wird spannend. Grund genug, die Veranstaltung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer noch kein Ticket hat, hier gibt’s welche.

Der holprige Start

Als die erste Ankündigung dieser Veranstaltung veröffentlicht wurde, war ich erst einmal geschockt. Preis zu hoch, kaum vernünftige Speaker am Start. Puh!, dachte ich mir, ob das was wird? Ich war sehr kritisch eingestellt. Jedoch versicherten mit Trutz und Gil, dass da echt was Großes kommen wird. Na ja, abwarten kann ich ja mal und Zeit zum Schreiben ist ja immer da.  Also habe ich gewartet. Und ich habe etwas gelernt.

Veranstaltungen als Geschäftsmodell

Genau das ist der Punkt. Die meisten kennen Veranstaltungen wie z. B. der real.- eCommerce-Day der kürzlich in Köln stattfand. Klar, diese Veranstaltungen sind massiv durch den Veranstalter und die Aussteller finanziert. Aber eben nicht durch die Besucher. Und eine solche Veranstaltung läuft dann gut, wenn sie gerade kostendeckend ist. Das Hauptgeschäft von real.- Digital ist in diesem Fall der eCommerce bzw. der Marktplatz. Und genau da liegt der Unterschied.

Veranstaltungen wie die AMZCON und die Private Label Days – aber auch der Merchant Day finanzieren sich nicht in diesem Maße von Ausstellern. Und sie müssen Geld verdienen. Das ist natürlich absolut okay, das macht aber auch den Preisunterschied aus.

Und genau das ist auch mein Learning, das ich machen musste.

Speaker der Oberklasse

Gut – und da sind wir wieder beim Thema. Die Speaker-Riege ist erstklassig und international. Das Abwarten hat sich gelohnt. Einige Redner treten zum ersten Mal vor deutschem Publikum auf.  Ich ackere mich jetzt mal durch die beiden Tage:

Jens Wasel: Wachstum mit und auf Amazon: Insights, Learnings und das richtige Mindset

Jens werde ich mir nicht anhören. Das liegt aber nur daran, dass ich ihn und sein großartiges Unternehmen kenne. Wer aber von den Besten lernen möchte, der sollte seinen Vortrag nicht versäumen.

Klaus Forsthofer & Co.: America Second – Verkaufen auf amazon.com

Klaus kenne ich bereits von Amazons Förderprogramm ‚Unternehmer der Zukunft‘. Und ich weiß, was mich erwartet: viel Wissen. Das Thema ‚America Second‘ ist mörderinteressant, denn es gibt kaum einen, der valides Wissen vermitteln kann.

Rolf Claessen: Marken, Patente und Designs für Amazon-Profis

Keine Frage, als Eigenmarkenhändler und auch, wenn ihr nur mit dem Gedanken spielt, jemals etwas zu importieren, ist Rolfs Vortrag ein ‚Muss‘ für euch. Da ich von Patenten und Designs wenig Ahnung habe, werde ich auch hier sitzen.

Michael Gabrielides: Amazon aus der datengetriebenen Analyse

WTF! Der Titel hört sich schon nach hartem Stoff an. Aber bringen wir es auf den Punkt: Wer Amazon verstehen möchte, muss sich der datengetrieben Betrachtung des Systems Amazon stellen. Fazit: Augen zu und durch. Aber ich weiß, dass Michael das an sich trockene Thema sehr locker spielt. Ich freue mich.

Tim Nedden: Monitoring Amazon – wie man als Vendor und Seller seine KPIs im Griff behält

Och, immer die Zahlen. Aber ich muss ja zugeben: Ich finde datengetriebene Ansätze schon sehr spannend. Also: Da gehe ich hin. Ich glaube im Übrigen, dass der Vortrag nicht nur etwas für Vendoren ist. Oder anders rum: Wer sagt, dass ihr nicht selbst einmal als Vendor auf Amazon abhängt?

Sebastian Rehberg: Prime your business – Der Weg zu internationalem Versand mit FBA

Internationalisierung ist ein Thema und eure Chance zu skalieren. Daher, hin da! Zumal ich mir sicher bin, dass Sebastian hier mal richtig ‚Know-how‘ abliefern wird.

Michael Hecker: Amazon PPC – Mit der optimalen Kampagnenstruktur zur mehr Profitabilität

Einer der ganz hellen Köpfe im Amazon-Zirkus. Und schon wieder Daten. Aber gebt es euch!

Frank Sander: Erfahrungen als internationaler Vendor

Als ich kürzlich eine Veranstaltung in Hamburg besuchte, war ich überrascht, wie offen Vertreter großer Konzerne ihre Erfahrungen teilen. Daher freue ich mich besonders auf Frank und seinen Vortrag. Mein Tipp: Besucht auch Vorträge die euch noch nicht so richtig betreffen. Die Learnings können trotzdem manchmal unglaublich sein.

Durk Visser: Onlinemarktplätze: Fluch oder Segen?

Durk hat eine ganz spannende Geschichte und stellt eine großartige Frage. Ich bin gespannt, wie er sie beantworten wird. Seine bisherige Vita ist meiner ja nicht ganz unähnlich. Ich freue mich drauf.

Das war der Tag 1

Das ist mein Plan für Tag 1. Ich bin gespannt, ob ich am Abend überhaupt noch etwas aufnehmen kann. Ich freue mich riesig auf die Vorträge und ich bin geflasht, welche grandiosen Themen und Speaker auf der Agenda stehen.

Und weiter geht es mit Tag 2

Bis auf ein paar wenige Vorträge werde ich mir etwas Ruhe gönnen. Das bedeutet nicht, dass ich die Vorträge uninteressant finde, aber ich glaube, einige Themen kenne ich schon ganz gut. Daher nenne ich nur die Vorträge, die ich besuchen werde.

Uwe Hamann: 14-Punkte-Plan – Amazon-Potenzial effektiv nutzen

Will Tjernlund: Running AMS like a publicly traded company (Englisch)

Chris McCabe: Banned from Amazon – a guide to get back (Englisch)

Michael Kempe: US-Markteintritt über Amazon.com – Was man beachten sollte (Produkthaftung, Sales Tax und weitere Hürden)

Nick Katz: How to succeed on Amazon Japan

Und ihr so?

Die Vorträge finden teilweise parallel statt. Das macht den Tag 2 etwas herausfordernder. Bin gespannt, wann die Konferenz auf 3 Tage ausgeweitet wird, denn Content ist ja genug geboten. Es ist auch nicht einfach, sich zwischen den einzelnen Vorträgen zu entscheiden, und es fällt mir schwer, einen vernünftigen Tipp zu geben.

Ich denke, dass es wichtig ist, dass ihr euch einen Plan macht und VOR der Veranstaltung einmal die Agenda durchforstet. Was gar nicht geht, ist, dass ihr diese einmalige Chance vergebt und Vorträge aussetzt. Auch wenn es wehtut, da müsst ihr durch.

Mein persönliches Highlight am Tag 2 wird der Vortrag von Chris McCabe sein, dem POA-Gott.

Der Tag 0.5: Das Netzwerk-Event

Ich finde die Idee richtig gut. Treffen der Speaker in einem kleinen, exklusiven Kreis. Da freue ich mich drauf.

Und wer jetzt noch kein Ticket hat …

… soll aus den Hufen kommen. So kritisch ich die Konferenz auch gesehen habe, so begeistert bin ich jetzt. Auch wenn der Spaß ein paar Euro kostet, ich bin der Meinung, ihr könnt sie besser nicht anlegen. Wenig Werbeinhalte, viele Fachthemen und viele neue Inhalte. Vor allem aber auch Inhalte, die von nur sehr wenigen Experten gut gespielt werden.

Für die Fans der Prokrastination: Hier gibt es noch ein paar Resttickets. Go go go. Und: Ihr könnt die Tage auch einzeln buchen.