CBD (Cannabidiol) werden aus den Blüten der Cannabis Pflanze hergestellt. Sie werden hauptsächlich zu medizinischen Zwecken verwendet. Amazon verbietet nun seit dem 1. März den Handel mit Cannabidiol Artikeln. Händler beklagen, dass ihre Listings ohne Vorankündigung gelöscht worden sind.

Für Händler kam das überraschend. Das ist nicht partnerschaftlich.

Amazons Move ist in meinen Augen weder Händler freundlich noch partnerschaftlich. Merchants die einen großes Teil ihres Umsatzes über die Plattform generieren sind schlicht von dieser Aktion überfahren worden. Amazon präsentiert sich wieder einmal als unzuverlässiger und vor allem unberechenbarer Partner seiner Händler.

Ohne Zweifel bietet Amazon großartige Möglichkeiten über den Marketplace sein Business zu skalieren, aber die Risiken sind erheblich. Das zeigt vor allem diese überraschende Löschung.

Was war passiert?

„Mir wurden heute 4 Artikel ohne Begründung von Amazon gesperrt… Nachdem ich beim Support nachgefragt habe stellte sich heraus, dass Amazon neuerdings Produkte mit “Cannabidiol” (CBD) verbietet. Nach einer kurzen Suche musste ich tatsächlich feststellen, dass die meisten CBD Artikel (Öl und sonstige Extrakte) verschwunden waren, vor allem die Bestseller der großen Anbieter. Vor einer Woche waren diese Artikel noch alle auffindbar und verfügbar. Obwohl ich nur 4 Produkte mit CBD im Sortiment habe, ärgert mich das trotzdem enorm. Es gab sicher ein Dutzend Händler die nur CBD im Sortiment hatten. Die trifft es richtig hart,“ so ein Händler.

Und weiter:

„Allerdings steht in dieser E-Mail etwas, was mich noch wesentlich mehr ärgert und direkt betrifft: Der Verkauf von Pflanzenteilen der Gattung Cannabis Sativa ist auf Amazon.de nicht gestattet. Heißt das, dass auch vollkommen legales und harmloses Hanfsamenöl für Salate oder geschälte Hanfsamen verboten sind? Also Sachen die man mittlerweile in jedem Supermarkt bekommt?”

(Quelle: leafly,de)

Was könnten die Gründe sein?

Während einige Medien als Ursache für das Delisting die amerikanische Haltung zu Hanf-Produkten nennen, sehen das einige Händler etwas differenzierter.

„Also der Hinterrund der Aktion ist zusätzlich, dass wohl gerade ein EU Entscheid ansteht, der CBT Produkte unter die Medikamentenverordnung nehmen soll. Nachdem sich Amazon da raushalten möchte, sperren sie mal global alle und werden dann einzelnen Händlern eventuell wieder Genehmigungen erteilen.

Auch kann man nicht proaktiv handeln, da es erst möglich ist, seitens des VerkäuferService, nach einer dementsprechenden Sperrung des Produktes einzugreifen.“, berichtet ein Merchant

Was können Händler jetzt machen?

Wer keinen ‚Plan B‘ in der Schublade hat, der dürfte vor großen Herausforderungen stehen. Gegenüber Amazon sind die Händler machtlos und müssen sich nun ihrem Schicksal fügen.

Glücklich können die Händler sein die die Möglichkeit haben schnell auf einen eigenen Shop oder auf einen anderen Marktplatz auszuweichen.

Warum nicht mit Ankündigung?

Alles in allem ist die Situation sehr unbefriedigend und ich hätte mir von Amazon gewünscht, dass sie vor einer solchen Löschung eine angemessene Ankündigung setzen. Dann hätten sich die Merchants vorbereiten und nach einer Alternative suchen können.

Ich kann Amazons Kommunikations-Politik nicht nachvollziehen. Eine rechtzeitige Ankündigung hätte den ‚Pain‘ bei den Händlern enorm lindern können. Schade.