Gestern veröffentliche Amazon in Spanien eine Pressemitteilung. Der Start des FMCG Abo-Programms ‚ahorra‘ wurde angekündigt. ‚Ahorra‘ bedeutet übersetzt: „einsparen“ oder „auf die hohe Kante legen“. Konsumenten können Produkte aus dem FMCG-Bereich per Abo-Modell mit Rabatten kaufen. Es ist dem deutschen Amazon-Spar-Abo ähnlich.

In Spanien halten Abo-Modelle Einzug

Amazon probiert in Spanien ein neues Abo-Modell. Konsumenten können sich anmelden und per Abo und mit bis zu 10% Nachlass Produkte aus dem FMCG-Bereich erwerben. Das Abo ist jeder Zeit kündbar. Zum Start können Lebensmittel oder auch Waschmittel geordert werden. Der Versand ist kostenlos.

Amazon-Mitarbeiter berichten über das Programm

Auf Amazons spanischem YouTube-Kanal berichten spanische Amazon Mitarbeiter, die das Programm mitentwickelt haben. Hierzu wurde eine eigene Landing-Page auf Spanisch eingerichtet: https://www.amazon.es/p/feature/obn43dvcavuv4qz

Mehr Komfort für Konsumenten

„Bei Amazon denken wir immer über neue Wege nach, Zeit und Geld für unsere Kunden zu sparen. Das neue ‚ahorra‘-Programm wurde entwickelt, um das Leben von Familien ein wenig mehr komfortabler zu machen […] Wir machen unser Geschäft mit Lebensmittel weniger als 18 Monaten und die Kundenresonanz ist sehr positiv. Seitdem haben wir mit hunderten von Marken gearbeitet, neue Dienste gestartet, um den Kauf von Produkten noch einfacher zu machen und nach Hause zu liefern,  dank Amazon-Pantry oder des Dash-Buttons. ‚Ahorra‘ ist ein Schritt in diese Richtung. Jeden Tag bestätigen uns Kunden, dass sie Online-Shopping lieben, und wir werden auch weiterhin in diesem Bereich innovativ sein.“ , sagt François Nuyts, Vice President und Director von Amazon.es.

Hier können sich spanische Kunden anmelden

Der neue Service für Kunden auf Amazon.es ist einfach zu konfigurieren. So geht es:

  1. Kunden Log-in Abonnieren und Sparen auf Amazon.es.
  2. Sie wählen aus Tausenden von Produkten des täglichen Bedarfs diejenigen, die sie abonnieren möchten.
  3. Wählen Sie die Lieferfrequenz zwischen einem und sechs Monaten, und stellen Ihr Abonnement mit einem oder mehreren Produkten zusammen, um aus den entsprechenden Rabatten zu profitieren:

Die Monate, in denen ein Kunde drei oder mehr Produkte an seinem monatlichen Liefertag erhält, bekommt er einen Rabatt von 10% auf jedes Produkt.

Für Monate mit ein oder zwei Produkten, sind es immerhin noch 5% Nachlass je Artikel.

  1. Die Kunden werden ihre Artikel am gewünschten Tag und in gewünschter Frequenz ohne Versandkosten erhalten. Dabei besteht keine Notwendigkeit, ein Mitglied von Amazon Premium zu sein oder einen Mindestbestellwert einzuhalten.
  2. Stornierungen der Bestellung oder die Kündigung des Abos sind über das Käuferkonto jederzeit möglich. Vor jeder Lieferung sendet Amazon.es seinen Kunden eine E-Mail mit einer Erinnerung. Der Preis des Artikels und der Rabatt sind darin aufgeführt. So kann sich der Kunde rechtzeitig entscheiden, ob er die Lieferung haben möchte oder sie lieber storniert.

Gibts das auch auf Amazon.de?

Über Amazon-Family bietet Amazon auch in Deutschland ein Abo Programm für Windeln an. Jedoch nur für Prime-Mitglieder. Eltern können bis zu 20% sparen. Und es gibt bereits das Amazon Spar-Abo. Das spanische Programm ähnelt als sehr dem deutschen.

Noch nicht das Gelbe vom Ei

Solche Abo-Dienste funktionieren, wenn der Konsument immer identische Verbrauchsgewohnheiten hat. In der Praxis möchte man ja nun immer „sein“ Produkt zu Hause haben, sodass jeder eher geneigt ist, schneller und mehr zu abonnieren, als tatsächlich notwendig ist. In der Konsequenz hat man irgendwann einen eigenen „kleinen Supermarkt“ eingerichtet. Genau da liegt die Schwäche solcher Abo-Modelle.

Es wird Lösungen geben

Es gibt mit Sicherheit schon jetzt viele Cases, in denen solche Dienste gut funktionieren. Richtig gut wird es aber erst dann, wenn meine Vorratskammer selbstständig erkennt, was wann und in welcher Menge nachbestellt werden muss. Ansätze und Apps, die das lösen sollen, gibt es ja schon.

Zu wenig Shops nutzen die Abo-Idee

Gerne wird ja von hohen Akquise-Kosten für Kunden geschrieben und die Herausforderung, im Kontext der Plattform- und Marktplatzökonomie als Händler seinen Platz zu finden, beklagt. Eine Strategie, die jedoch kaum diskutiert wird, ist, dass Händler recht einfach eigene Abo-Dienste ihren Kunden anbieten könnten. Tun sie aber nicht. Warum eigentlich nicht?

Abo-Dienste gibt es nicht per Software-Update

Die Dienstleister als Bremse der Händler. Das ist so und ändert sich leider nicht schnell genug. Meiner Recherche nach, gibt es keinen Dienstleister, der ein Abo-Modell per Default in seiner Software integriert hat. Schade und nicht fortschrittlich. Shopsysteme und Dienstleister wie JTL, Afterbuy, Plentymarkets, Shopware, Magento und wie sie alle heißen, könnten das!

Frage

Würdet ihr euren Kunden solche Abo-Dienste anbieten, wenn sie leicht in eurer Software abbildbar wären?