Es gibt kaum einen Amazon Seller der nicht schon einmal eine Spammail von einem Amazon-SEO-Experten in seiner Box hatte, die ihm versprach, dass seine Listings auf der 1. Seite ranken und die Sales durch die Decke knallen werden. Axel Knight hat nun diese Versprechen einmal untersucht und auf Risiken hingewiesen.

Ich kenne Freelancer, die sich ausländischer ‚Mitarbeiter‘ bedienen

Das ist ja auch an und für sich nichts Schlechtes. In der Tat halte ich es für sehr smart, gewisse Aufgaben auch an ausländische Unternehmen oder Mitarbeiter zu outsourcen. Ihr könnt dadurch enorm profitieren.

Habt ihr schon einmal ein Spam-Angebot genutzt?

Mich überrascht es nicht, dass diese Services tatsächlich auch funktionieren. Axel Night war schockiert und skeptisch, hat aber weiterrecherchiert. Er ist nun folgenden Fragen nachgegangen:

  • Können diese Anbieter wirklich das abliefern, was sie versprechen?
  • Oder versuchen Sie nur, an eure Account-Daten ranzukommen?
  • Nutzen sie die Daten, damit euer Account missbraucht werden kann?

Was wir bisher wissen

In vielen Facebook-Gruppen spammen die Anbieter, ihr erhaltet über Facebook PNs oder ihr findet deren Angebote in eurer Mailbox. Bisher haben wohl die meisten diese Services nicht beachtet. Axel fand bei seiner Recherche zu Amazon Dirty Tricks heraus, dass diese Anbieter Thema sind, und er erhielt Schilderungen, dass sie funktionieren. Er begab sich nun auf die Suche nach einem Seller, der den Service in Anspruch nimmt und seine Erfahrung mit ihm teilt.

Abgeliefert?

Ja. Der Händler war innerhalb weniger Tage sehr gut gerankt. Für die Ergebnisse hätte er unter ‚ordentlichen‘ Umständen Monate gebraucht:

I needed a quick return. I had a lot of inventory and wanted to start seeing a good number of sales. So I decided to use an Amazon SEO service to try and boost my product’s ranking.

Within five days my product was the fourth option on page one and I was selling around 30 units a day. I even managed to get some product reviews from genuine customers who had bought it. Soon I stopped using the SEO service, because once the product was on page one, it was making enough organic sales to stay there naturally.

Wie geht das?

Nachdem klar war, dass die Anbieter halten, was sie versprechen, wollte Axel wissen, mit welchen Methoden sie arbeiten. Er machte sich auf den Weg (und der war nicht leicht) einen Anbieter zu finden, der ihm Auskunft gab.

(Quelle: Warrior-Forum)

Kurz und knapp: Der ‚John Doe‘ wendet BlackHat-Praktiken an. Und er verkauft sie euch als: „Alles Amazon-TOS konform“. Ihr werdet betrogen. Und ihr merkt es nicht. Zusammengefasst simuliert er echtes Nutzerverhalten auf eurem Artikel und beeinflusst damit den A9-Algo.

Und Amazon?

Amazons TOS sind da klar und deutlich formuliert. Ein Satz reicht aus: „Jeder Versuch, die Such- und Sucherfahrung zu manipulieren, ist verboten.“ Damit ist klar, dass ihr mit dem Risiko einer Account-Sperrung spielt, wenn ihr die ‚Tricks‘ anwendet.

Do or Do not?

Das kann nicht ernsthaft eine Frage sein, oder? Klares Nein. Überall da, wo ihr eure Existenz aufs Spiel setzt, und das ist ein funktionierender Amazon-Account, da lasst tunlichst die Finger von. Amazon ist in der Lage, zwischen echter und unechter Verbraucheraktivität zu unterscheiden.

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Aber: Kann mir das auch hier passieren?

Wer sagt eigentlich, dass euch so etwas nur mit ausländischen Dienstleistern passieren kann? Nein, das kann es natürlich nicht. Auch mit deutschen Agenturen. Dass diese sich auch unsauberer BlackHat-Praktiken bedienen, haben ja die aktuellen Ereignisse aufgezeigt.

Wie kann ich mich davor schützen?

Wenn ihr einen Agenturvertrag schließt, dann lasst euch ausdrücklich zusichern, dass der Agentur nicht gestattet ist, Maßnahmen zu ergreifen, die nicht den Amazon TOS entsprechen.

Aber das nutzt alles nichts, wenn die Agentur oder deren Geschäftsführer wirtschaftlich nicht in der Lage sind, euch gegenüber Schadenersatz zu leisten. Daher der Tipp: Informiert euch VORHER über den wirtschaftlichen Zustand eures Partners. Dazu könnt ihr für wenige Euro z. B. Auskünfte über die Creditreform oder Buergel einholen.

Quelle zum Artikel von Axel Knight: http://www.webretailer.com/lean-commerce/amazon-seo-search-ranking-services/