Eine ganz skurrile Nachricht vom Amazon Seller Support erhielt heute ein Händler: Er solle doch einen maschinengeschriebenen Brief an Amazon senden. So der offizielle Workaround der Verkäufer-Hilfe. Wäre das nicht eine tatsächlich verifizierte Mail von Amazon, ich würde glauben es sei schlechter Scam.

Die Mail im Wortlaut

Guten Tag,

vielen Dank, dass Sie den Amazon.de Verkäuferservice nutzen. Gerne bin ich Ihnen bei Ihrer Anfrage bezüglich der Auszahlung Ihres Guthabens behilflich.

Ich möchte mich im Vorfeld für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen, die in Zusammenhang mit Ihrer Auszahlung eingetreten sind.

Das Problem ist auf einen technischen Fehler unsererseits zurückzuführen und an einer Lösung wird schnellstmöglich gearbeitet

als kurzfristige Alternative oder z.B in Fällen von Dringlichkeit, besteht die Möglichkeit die Auszahlung manuell zu veranlassen, indem Sie eine Überweisung auf Ihr Bankkonto anfordern, indem Sie einen maschinengeschriebener Brief an die folgende Adresse senden: Zu Händen Frau Rebecca Bienefeld Vertraulich Amazon.de Im Gewerbepark D55 93057 Regensburg Deutschland Stellen Sie sicher, dass das Schreiben folgende Informationen enthält: • Name des Kreditinstituts • IBAN • SWIFT-Code (BIC) • Vollständiger Name, wie im Bankkonto angegeben • Verkäuferkontoname • Verkäufer-E-Mail-Adresse

Es tut mir leid, dass Sie auf Probleme gestoßen sind. Natürlich kann ich nachvollziehen, wie frustrierend diese Situation für Sie ist.

Ich danke für Ihre Geduld und wünsche Ihnen einen angenehmen Tag.

Bei weiteren Fragen stehen meine Kollegen und ich, Ihnen gerne wieder zu Ihrer Verfügung. Nutzen Sie dazu bitte das Kontaktformular in der Hilfeseite oder klicken sie diesen Link. https://sellercentral-europe.amazon.com/cu/contact-us

Ihre Meinung zu unserem Kundenservice ist uns wichtig!
Waren Sie mit der Bearbeitung Ihrer Anfrage zufrieden?

Das kann doch nicht wirklich Amazons Idee sein?

„Zum brechen ist das…“ kommentiert der Händler in der Wortfilter Facebook Community. Und recht hat er. Seit einer Woche warten die Händler auf ihre Gelder und der Handelsriese bekommt seine Probleme nicht in Griff. Und: Er kommuniziert auch nichts. Keinen Status, keinen Hinweis auf die Ursache, keine beruhigende Nachricht für die Händler. Nichts.

Da stehen sie nun im Regen

Und sie werden nass, platschnass. Amazon hat scheinbar eine Menge Sand im Getriebe. Nicht nur die Auszahlung bereitet dem Plattformbetreiber Schwierigkeit, auch beklagen viele Händler den sehr langsamen Versand. Selbst die Mitarbeiter schimpfen:

“ […] das ist so abartig…ich mache den Versand fertig…und mit jedem Artikel, den ich durch das Versandetikett bestätige, wird einer der Auszahlungsbeträge minimiert…kein Ende in Sicht.“

Tipp: Mahnt schriftlich die Auszahlung mit Fristsetzung an.

Sollte, was keine glaubt, der Fall eintreten, dass sich die Auszahlung noch viel länger verzögert, dann solltet ihr euren Handelspartner mit Fristsetzung anmahnen. Das gebietet eure kaufmännische Sorgfaltspflicht. Versäumt das bitte nicht.