Wenn ihr auf Amazon handelt, dann können euch Abmahnungen drohen. Eine der Hauptursachen, warum ihr abgemahnt werden könnt, ist, dass eure Artikelbeschreibungen, Bilder, Titel oder Bulletpoints ohne euer Wissen abgeändert wurden. Hier erfahrt ihr, wie ihr euch am besten davor schützen könnt.

Was passiert?

Wenn ihr Produkte nicht alleine verkauft, kann jeder andere Merchant die Detailseiten von der ASIN bearbeiten. Das bedeutet, er kann das Angebot verändern, so dass es möglicherweise auch wettbewerbsrechtlich angreifbar ist. Viele Händler verwenden z.B. eine unzulässige Garantiezusage in ihren Produktbeschreibungen.

(Quelle: Screenshot Amazon)

Ihr selbst müsst also noch nicht einmal etwas falsch gemacht haben. Ein Mitbewerber von euch hat ohne euer Wissen und ohne, dass ihr davon informiert worden seid, Teile der Beschreibung geändert.

Hier beschreibt Amazon, dass jeder in der Lage ist, die Detailseiten von ASINs zu bearbeiten und zu verbessern. Ein weiterer Weg wird hier beschrieben: Angebotsdaten verbessern.

Fazit: Es gibt praktisch keinen Weg zu verhindern, dass sich Marktbegleiter an eure Produkte hängen oder dass sie Beschreibungen verändern.

Welches Risiko entsteht dadurch für euch?

Es besteht die Gefahr, dass die Änderungen wettbewerbsrechtlich angreifbar sind und ihr eine Abmahnung erhaltet.

Genau so ist es diesem Händler passiert. Er selbst hat die Beschreibung nicht erstellt. Er hat sich ‚dran gehangen‘ und wahrscheinlich den rechtlichen Stolperstein nicht erkannt oder die Beschreibung ist nachträglich geändert worden. Nun hat er eine Abmahnung erhalten. Und er ist leider kein Einzelfall, denn solche Abmahnungen sind gerade ‚in Mode‘.

(Quelle: Screenshot Google)

Für die abmahnenden Rechtsanwälte und Abmahnvereine ist das ein leicht verdientes Geld. Die Rechtsprechung ist eindeutig. Ihr haftet.

Rechtsanwalt Malte Mörger kommentierte hierzu in der Wortfilter Facebook Gruppe:

[…] Die Entscheidung des OLG Köln, die eine werktägliche Prüfung nahelegt, dürfte im Ergebnis falsch sein. Richtiger liegt das OLG Hamm, dass allein schon die Nutzung der Plattform Amazon in Kenntnis der Unbeherrschbarkeit der Angebotsgestaltung für vorwerfbar hält. […]

Fazit: Ihr seid als Händler einem erheblichen Abmahn-Risiko ausgesetzt, das euch vor Herausforderungen stellt.

Wie könnt ihr euch schützen?

Die große Herausforderung die ihr euch zu stellen habt, ist die, dass ihr regelmäßig eure Angebote überprüfen müsst. Das OLG fordert eine werktägliche Überprüfung. Aber was macht ihr, wenn ihr zehntausende Artikel gelistet habt? Dann ist eine manuelle Überprüfung schlicht nicht von euch leistbar.

Was tun? Ich kann doch nicht tausende Beschreibungen täglich prüfen, wenn jemand wettbewerbswidrige Angaben hinzufügt.

Zum Glück haben einige Analyse- und Monitoring-Tool-Anbieter die Herausforderung erkannt. Sie bieten eine gute Lösung an, die euch unverzüglich über Änderungen in den ASINs informieren.

Fazit: Ohne die Zuhilfenahme von Tools seid ihr nicht in der Lage, das Risiko zu umgehen.

Monitoring- & Analyse-Tools vorgestellt

Es gibt eine Vielzahl an Tools, mit denen ihr eure ASINs monitoren könnt. Drei ausgewählte und bekannte Tools findet ihr hier: Logicscan, Amalyze und Amalytix.

Logicscan – Das Monitoring-Tool für Markplatzbewegungen

Logicscan stammt aus dem Hause des Repricer-Anbieters Logicsale AG. Es kostet ab 99€ pro Monat und leistet eine umfangreiche Überwachung eurer Angebote

(Quelle: Screenshot logicscan)

Logicscan bietet euch, wie auch die anderen Tools, noch eine Vielzahl an weiteren Möglichkeiten. Wesentlich ist aber hier die umfangreiche Überwachungs- und Benachrichtigungs-Möglichkeit eurer Angebote.

AMALYZE – AMZ Recherche Tool | Produkte & Artikel überwachen‎

Amalyze stellt euch ein Video zur Verfügung. In diesem Webinar erfahrt ihr: Wie überwache ich an Hand der Daten mein Produkt auf Amazon? Wie komme ich an die wichtigsten Daten, um mein Produkt zu überwachen?

Die Kosten beginnen hier auch bei 99€ pro Monat für ein 12 Monats-Abo. Die Abbuchung erfolgt jährlich im Voraus, also 1.188€ zzgl. MWSt.

AMALYTIX – Das einfache Amazon Tool fürs Monitoring

Auch Amalytix bietet ein umfangreiches Monitoring an.

(Quelle: Amalytix)

Amalytix bietet den günstigsten Preis ab 49€ zzgl. MWSt an. Die Zahlweise ist jährlich, so dass ihr dann auf 588€ zzgl. MWSt. kommt.

Alle Tools bis auf Amalyze bieten einen kostenlosen Testzeitraum an.

Fazit

Die Bandbreite der angebotenen Lösungen ist groß. Das Preisspektrum auch. Da aber die vorgestellten Lösungen auch noch eine umfangreiche Anzahl an weiteren nützlichen und hilfreichen Features bieten, mögen die Preisunterschiede begründet sein.

Grundsätzlich empfinde ich das Preisniveau der gesamten Amazon-Tool-Anbieter-Landschaft als sehr hoch. Ob das in diese Höhe gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu bewerten.

Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln. (Zitat von André Kostolany)

Jedenfalls helfen euch diese vorgestellten Tools, eure Angebote zu überwachen, und ihr könnt euch damit vor Abmahnungen schützen. Ob der proaktive Einsatz solcher Überwachungshilfen sich für euch lohnt, lässt sich schwer errechnen. Eine Abmahnung eines Wettbewerbers kostet i.d.R ab 1.200€. Abmahnungen durch einen Abmahnverein sind meistens deutlich günstiger. Sie gibt es bereits ab 200€.

Das Risiko besteht jedoch, dass ihr im Anschluss an eine Abmahnung entweder eine Unterlassungserklärung oder eine Abschlusserklärung (nach einer einstweiligen Verfügung) abgeben müsst. Verstoßt ihr nun gegen eine der beiden Erklärungen werden entweder Vertragsstrafen oder Ordnungsgelder fällig. Beide gehen schnell in die Tausende.

Meine Empfehlung: Setzt ein Tool ein.