Das hat ja nicht lange auf sich warten lassen. Die deutsche Antwort auf den Aktionärsbrief von Ralfs Chef Jeff. Und die ist nötig. Denn in München dürften nach Jeffs Veröffentlichung der Zahlen erst einmal die Hosen voll gewesen sein. Die Zahlen sind gefährlich für Amazon. Aus dem Bundeskartellamt hörte man die Sektkorken bis nach Hamburg knallen. Untersucht man doch gerade dort Amazonzs Dominanz unter den Marktplatzdienstleistern.

Mail von Ralf Kleber: „Tritt in unseren Hintern“ – die Kunden freut‘s

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Third-party sellers are kicking our first party butt. Badly“, schreibt Amazon Gründer und CEO Jeff Bezos gestern in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre. Ich empfehle Ihnen, diesen
Brief zu lesen.

Hinter dem „Tritt in unseren Hintern“ durch Verkaufspartner verbergen sich die Geschichten von eigenständigen Unternehmern, die ihr Geld damit verdienen, ihre Produkte bei Amazon zu verkaufen. Die Kunden freut‘s! Was vielen anfänglich verrückt erschien, ist das Geheimnis hinter Amazons Produktbreite von über 300 Millionen kaufbaren Artikeln: Wir haben vermeintliche Mitbewerber eingeladen, ihre Produkte bei Amazon zu vertreiben – neben jenen, die wir selbst anbieten. Die Verkaufspartner sind damit so erfolgreich, dass ihr Anteil an den weltweiten Umsätzen über die Jahre von drei auf inzwischen 58 Prozent gewachsen ist – und die Tendenz ist in Deutschland und Österreich die gleiche.

Warum funktioniert Amazon für Verkaufspartner so gut? Durch Amazon können sie hunderte von Millionen Kunden erreichen – weltweit. Allein 2017 haben deutsche Verkaufspartner Waren im Wert von über 2,1 Milliarden Euro mithilfe von Amazon exportiert. Sie können ihre Produkte auf Wunsch von Amazon lagern und ausliefern lassen. Sie können ihre Produktebeschreibungen von Amazon in verschiedene Sprache übersetzen lassen und den Kundenservice für ihre Produkte in der jeweiligen Landessprache nutzen. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass die Verkaufspartner neue Kunden auf der ganzen Welt erreichen – in dem wir neue Services bereitstellen und existierende Tools stetig verbessern. Denn wir sind nur erfolgreich, wenn die Verkaufspartner es sind. Über 10 Milliarden Euro, die wir in Deutschland seit 2010 investiert haben, kommen unseren Kunden und Partnern zugute.

Über 75.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen die Verkaufspartner für den Verkauf bei Amazon in Deutschland – vorwiegend sind das kleine und mittelgroße Unternehmen. Da ist etwa der
Unterwäsche-Produzent, der sein Geschäft online wiederbeleben konnte. Oder der älteste Spielwarenladen Deutschlands, der kurz vor dem Aus stand und heute täglich über 1.000 Pakete verschickt. Eine Drogerie aus Oberösterreich mit 120-jähriger Tradition konnte durch den Verkauf ihrer natürlichen Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel bei Amazon den Umsatz in den vergangenen Jahren verdoppeln. Und es gibt Tausende Geschichten mehr.

Und dennoch macht der Online-Handel erst einen kleinen Anteil des Gesamthandels aus: rund 90 Prozent des Handels in Deutschland findet immer noch stationär statt – in Österreich sogar noch mehr. Der Online-Anteil ist entsprechend gering. Daher gilt für alle im Handel: Es ist immer noch Tag 1.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Ralf Kleber
Country Manager Amazon.de


(Quelle: Amazon Mail von Ralf Kleber)

(Quelle: Amazon Mail von Ralf Kleber)

Und hey Ralf, es ist egal, dass ihr am Gesamthandel ne kleine Nummer seid. Im Onlinehandel könnt ihr was. Im B2C Onlinehandel seid ihr ’ne fette Nummer. Unter den Marktplatz & Marktplatzdienstleistungsanbietern seid ihr mal richtig gut im Rennen. Danke für Jeffs Zahlen: 160 Mrd US$ ihr & 90 Mrd US$ das Original aus San José. Mach dich mal nicht so klein und  ‚by the way‘, kennst du den Song?

Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt …

Mache Amazon nicht kleiner als es ist. Ich weiß ja, dass das seit Gründung eure Strategie ist. Aber neh, ihr seid eine Hausnummer, eine richtig große Hausnummer an der keiner, also weder ein Onlinekäufer noch ein Händler dran vorbeikommt. #istso

Und eigentlich hätte ich mir gewünscht, dass du auch einmal Einen richtig raushängen lässt. Die Deutschlandzahlen wären prima gewesen. Nicht nur der liebe Andreas aus Bonn findet die bestimmt spannend. Auch deine Händler, deren Dienstleister und natürlich die Blogger & Medien fänden die großartig.

Daher #wirbraucheneier!