Mydealz ist die größte Schnäppchenplattform. Mit einer beeindruckenden Community von über 900.000 aktiven Nutzern und fast tausend Deals pro Tag weckt sie auch die Begehrlichkeit bei Händlern. Sie möchten gerne auf mydealz.de ihre Angebote platzieren. Nur, so einfach ist das nicht. Die Nutzungsbedingungen des Plattformbetreibers untersagen die Platzierung eigener Angebote, es sei denn, man kauft dort Kampagnen ein. Diese fangen ab 3.500€ an. Das scheuen jedoch viele kleinere und mittlere Händler.

Aber, somit ist der Anreiz zum Schummeln gelegt. Was dann passiert, wenn ihr beim Schummeln erwischt werdet?Was euch an Strafen droht und wie sich MyDealz verhält? Könnt ihr deswegen sogar eine Abmahnung erhalten? Gehen wir den Sachen auf den Grund.

Warum es wichtig ist, seine Angebote auf mydealz.de zu platzieren?

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe, warum Händler ihre Angebote auf solchen Plattformen platzieren. Es geht um organischen Traffic und um Sales. Beides bietet Mydealz. Händler können z. B. durch die Gestaltung spezieller Links Keywords mit ihren Listings verbinden. Werden diese oft aufgerufen, verbindet sich das Angebot mit diesen Keywords (aber Achtung: Amazon mag so etwas gar nicht). Das bedeutet, der organische Traffic hat Einfluss auf eure SEO.

mydealz Traffic Zahlen 2019
(Quelle: similarweb.com)

Keine Testergruppe hat so viel Impact wie die Mydealz-Community. Wer echte Schnäppchen platzieren möchte, um Sales zu generieren, der macht das vortrefflich über genau diese Möglichkeit. Denn das ist der Ursprungsgedanke des Gründers Fabian Spielberger. Er möchte Menschen über günstige Angebote informieren. Das klappt bestens. Durch das Voten der Angebote werden Temperaturen vergeben. Angebote, die besonders ‚Hot‘ sind, werden von Verbrauchern als günstig bewertet und finden reißenden Absatz.

Fazit: Deals auf der Plattform bringen Traffic und Sales.

Wer schummelt denn alles?

Conrad Electronic hat mit über 100 Fake Accounts 2015 auf der Plattform für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Aber auch notebokksbilliger.de konnte gut schummeln. Aber nicht nur die großen Dickschiffe bemühen sich der Mogelei, auch kleinere Händler möchten ein Stück vom Kuchen abbekommen.

Und, wenn ich mir einige Händler auf der Liste so anschaue und deren öffentlichen Bekundungen zu fairem Handeln lese, dann überkommt mich schon ein ganz leichtes Gefühl schlichter Scheinheiligkeit.
(Mitglieder melden Händler die mit Fake Accounts Deals platzieren)

Gerade Kleinhändler stellen sich beim Schummel dilettantisch an und werden häufig durch andere Nutzer aufgedeckt.

Es haben sich sogar ein paar Schummel-Dienstleister gegründet

Viele kennen ja den Service von ‚Frank Schmidt‘, aber es gibt auch noch eine ‚Claudia‘. Er/sie/es kontaktiert frohen Mutes Händler und bietet Kooperationen an. Frank ist telefonisch erreichbar. Seine Rufnummer: 06332-9792926.

[…] schrieb Claudia promoting <[email protected]>:

Sehr geehrtes XXX Team,

ich bin Claudia, mein Team und ich sind aktive mydealz.de User. Wir haben viele solide und geprüfte Accounts und können jederzeit Deals ohne die Überprüfung von mydealz-Admins auf mydealz posten.

Zu meinem Kundenstamm gehören die größten deutschen Online-Händler wie z.B. MediaMarkt, Saturn, Alternate, Notebooksbilliger, Voelkner, Digitalo, Amazon, ebay usw.

Ich biete Ihnen hiermit eine Kooperation an. Ich bin bereit für Ihren Shop Produkte und Deals auf mydealz zu promoten und zu posten. Dazu gehört das Posten an sich und die ständige Betreuung der Deals mit Kommentaren und Diskussionen.

Unsere mydealz-Profile sind sehr natürlich, wir posten täglich Deals von vielen verschiedene Shops mit denen wir eine Kooperation eingegangen sind. Das heißt mydealz wird nicht erkennen, dass wir uns nur auf Ihren Shop konzentrieren und somit besteht absolut keine „Banngefahr“.

Falls Sie Interesse haben, dann schreiben Sie einfach zurück.

Erst wenn wir uns einig werden, kann ich Ihnen meine Profile zeigen.

Vielen Dank im Voraus.

LG Claudia

Dein Online & Affiliat Marketing Team!  
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Hier ist ein grober Ablauf:

Sie liefern uns einen guten Deal, welches Bestpreis laut idealo auf dem Markt st und wir posten und pushen diesen auf mydealz. Sie bekommen Traffic und Sales, plus Backlinks uvm! Für den ersten Test-Deal nehmen wir grundsätzlich 20 Euro. Danach reden wir noch über Ihren Budget, da bin ich immer offen. Durchschnittlich liegt der Preis zwischen 35 und 80 Euro, wenn der Deal richtig heiß wird dann zahlt man um die 80 Euro. Das kommt folgendermaßen zusammen 35 Euro für den Post, wenn der Deal 300 Grad heiß wird bekomme ich zusätzlich 10 Euro, wenn der Deal 500 Grad heiß wird bekomme ich 15 Euro zusätzlich, wenn der Deal über 1000 Grad heiß wird bekomme ich 20 Euro zusätzlich. Das bedeutet 35+10+15+20=80 Aber auch da bin ich offen für alle Verhandlungen! Nur als Hinweis mydealz nimmt für einen Deal 250 Euro, daher sind unsere Preise mehr als fair!

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Gibt es eine sichere Anleitung zum Schummeln auf MyDealz?

Eine Schummelei ist niemals sicher. Wortfilter hat jedoch eine umfangreiche Anleitung veröffentlicht, in der Händler berichten, was gut funktioniert. Es bleiben natürlich Risiken. Die darf und muss jeder Händler für sich abwägen.

Was macht MyDealz, wenn ich erwischt werde?

Werden eure Angebote und euer Unternehmen als Schummelbude identifiziert, dann werdet ihr auf einer öffentlichen ‚Blacklist‘ geführt. Diese untersagt allen Community-Mitgliedern, eure Angebote zu bewerben.  Diese Liste der ‚schwarzen Schafe‘ findet ihr hier.

Liste gesperrter Händler auf mydealz.de
(Quelle: mydealz.de | Es werden zwei unterschiedliche Listen geführt)

Kann ich deswegen eine Abmahnung erhalten?

Ja! – Das Bewerben eigener Angebote mit vorgetäuschter Identität ist wettbewerbsrechtlich illegal und kann daher natürlich abgemahnt werden. Es ist unfairer Wettbewerb. Solche Anbieter verstoßen möglicherweise gegen den §5 des Telemediengesetzes oder gegen den Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 2 EGBGB , so der Kölner Rechtsanwalt Malte Mörger.

„Der Schutz unserer Community liegt uns am Herzen, so sperren wir z.B. Händler, wenn diese wiederholt gegen unsere Grundsätze verstoßen oder wir ihre Seriosität nicht garantieren können. Es kann daher passieren, dass Dir beim Erstellen eines Deals angezeigt wird, dass der entsprechende Händler gesperrt ist. Bitte versuche nicht, diese Sperre beispielsweise durch einen Link-Shortener zu umgehen. Der Händler ist nicht ohne Grund gesperrt!“, so liest es sich in den Mydealz-Gemeinschaftsstandards  

Gibt es noch andere Risiken?

Aber sicher, und zwar dann, wenn ihr die vermeintlichen Dienstleister beauftragt. Hier steht ihr vor der Herausforderung, dass sie euch keine ordentliche Rechnung erstellen können und auch nicht selten gar kein Geld, sondern Ware erhalten möchten. Selbst wenn ihr diese Ausgaben ordentlich verbucht, besteht das Risiko, dass ihr trotzdem vom Finanzamt geprüft werdet. Nämlich dann, wenn die illegalen Dienstleister selbst wegen möglicher Steuerhinterziehung auf der Beobachtungsliste landen.

Fazit

Das Schummeln auf der Plattform MyDealz ist mit einer Vielzahl von Risiken behaftet. Im Wesentlichen gibt es drei Risikoräume: öffentliche Listung, wettbewerblich illegales Handeln und das Interesse des Finanzamts.

Keines der Risiken, weder einzeln noch kumulativ betrachtet, stellt ein existenzielles Risiko dar, jedoch kann es unangenehm und vor allem teuer werden, wenn ihr auffliegt.

›It’s up to you‹, wie ihr euch entscheidet und ob ihr bereit seid, die Risiken zu tragen. Die Wenigsten haben einen Heiligenschein, sodass euch grundsätzlich wirtschaftliche Abwägungen leiten sollten.