Am 3. Mai 2017 veröffentlichte eBay eine sehr unerfreuliche News. Stefan Wenzel verlässt eBay auf eigenen Wunsch und aus privaten Gründen. Neuer deutscher eBay-Chef wird der in der Schweiz lebende Engländer Eben Sermon, der bisher  als Vice President eBay Greater Europe bei eBay auf der Payroll stand. Stefan war nicht einmal 1 Jahr in Amt und Würden. Er löste 2016 Stefan Zoll ab, der einen Posten bei einem amerikanischen Unternehmen antrat.

eBays Pressemitteilung

eBay überträgt Eben Sermon die Führung seines Marktplatzgeschäfts in Deutschland

  • Stefan Wenzel, der bisherige Leiter des deutschen eBay-Geschäfts, verlässt das Unternehmen aus persönlichen Gründen

Dreilinden/Berlin, 3. Mai 2017 – Eben Sermon übernimmt die Führung von eBay in Deutschland von Stefan Wenzel und damit die Rolle des Vice President eBay Germany. Eben Sermon bringt für die Rolle umfangreiche Führungserfahrung mit. Er ist seit 2007 bei eBay und hat seitdem eine Reihe unterschiedlicher Führungspositionen innegehabt. Eben Sermon wird seine neue Rolle in den kommenden Wochen nach einer Übergabephase mit Stefan Wenzel voll übernehmen. Stefan Wenzel hat sich aus persönlichen Gründen dafür entschieden, eBay zu verlassen.

Eben Sermon trug bislang als Vice President Greater Europe unter anderem die Verantwortung für das eBay-Geschäft in Frankreich, Italien und Spanien sowie für den türkischen eBay-Marktplatz GittiGidiyor. Zuvor war er unter anderem für das vertikale Marketing sowie für den Bereich Relationship Marketing & Loyalty in Europa verantwortlich, gefolgt von einer Rolle als Senior Director Cross Border Trade, die er mehr als drei Jahre ausfüllte.

„Eben ist ein dynamischer Innovator, der umfassende Erfahrungen in unserem europäischen Geschäft gesammelt hat. Er wird eine starke Führungspersönlichkeit für das deutsche eBay-Geschäft sein“, so Paul Todd, Senior Vice President eBay EMEA. „Eben wird all seine Energie darauf verwenden, unseren Kunden in Deutschland erstklassige Handelsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und das Geschäft von eBay in diesem Schwerpunktmarkt weiter zu stärken und auszubauen.“

„Ich freue mich sehr darauf, das Geschäft von eBay in Deutschland zu leiten, das ist ein sehr wichtiger Teil des globalen eBay-Geschäfts“, so Eben Sermon. „Gemeinsam mit dem deutschen eBay-Team wird mein Fokus darauf liegen, den Käufern und Verkäufern hochrelevante und inspirierende Nutzungserfahrungen zur Verfügung zu stellen, um es ihnen zu ermöglichen, einfach, bequem und erfolgreich bei eBay zu kaufen und zu verkaufen.“

Stefan Wenzel hat sich nach drei Jahren bei eBay dazu entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Er hat die Entscheidung aus persönlichen Gründen getroffen. Seine Familie lebt in Hamburg und er ist in den vergangenen drei Jahren permanent zwischen Hamburg und Berlin gependelt, wo eBay seinen deutschen Unternehmenssitz hat. Während seiner Zeit bei eBay hat Stefan Wenzel verschiedene Führungspositionen ausgefüllt. Zunächst verantwortete er den zu eBay gehörenden Onlineshopping-Club brands4friends sowie den Bereich eBay Fashion in Deutschland. Anschließend übernahm er die Führung des deutschen Marktplatzgeschäfts von eBay.

„Stefan hat die eBay-Kunden immer in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt und hat einen starken Fokus darauf gelegt, die einzigartige Breite und Tiefe des eBay-Inventars weiter zu vergrößern“, so Paul Todd. „Wir danken Stefan Wenzel für die vielen Beiträge, die er für das eBay-Geschäft in den vergangenen Jahren geleistet hat. Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.“

In seiner neuen Rolle als Vice President eBay Germany wird Eben Sermon weiterhin an Paul Todd berichten und Teil des europäischen Führungsteams von eBay bleiben. Er wird für die neue Rolle mit seiner Familie nach Berlin ziehen.

Stefan war eine Bereicherung für eBay und seine Händler

Stefan Wenzel genoss bei seinen Mitarbeitern und auch den Händlern einen sehr guten Ruf. Und das zurecht. Er delegierte nicht nur von oben, sondern fragte und hakte nach – er interessierte sich auch für die Details. Er war nicht nur auf vielen Veranstaltungen präsent, sondern zeigte sich auch häufig seinen Mitarbeitern. Seine sehr offene und freundliche Art kam unglaublich gut an.  Aber auch die Händler attestierten ihm einen guten Blick für die Herausforderungen und To Dos. Er besaß eigene Handelserfahrung, die er sehr gewinnbringend eingesetzt hat. Gemeinsam mit Denis Burger, Senior Director Seller Growth, bildete er ein großartiges Team. Und es gehen einige großartige Projekte auf sein Konto. Schade, dass er geht.

Eben Sermon: Neue Besen kehren gut?

Eben ist gebürtiger Engländer und ist in Buckinghamshire aufgewachsen, dort zur Schule gegangen und hat auch dort studiert. Nach seinem Studium wechselte er 2001 zur englischen Fluggesellschaft British Airways. Seit 2007 ist er bei eBay in verschiedenen Positionen angestellt. Er hat 10 Jahre eBay auf dem Buckel. Ob das gut und für alle von Vorteil ist, wird sich sicher noch zeigen (müssen). Dass er nun mit Sack & Pack von Zürich nach Berlin zieht, soll wohl ein Zeichen für endlich einkehrende Ruhe sein. Eben wird sich vor allem die Frage gefallen lassen müssen, wie er denn die Interessen des deutschen Marktplatzes und der Händler vertreten möchte.  Und auch mir fallen noch eine Handvoll Fragen ein. Viel wichtiger aber wird sein, dass er in der Lage ist, schnell Vertrauen zu seinen neuen Kollegen und der deutschen Händlerschaft herzustellen. Eine nicht leichte Aufgabe. Ihr erreicht Eben auch über Twitter hier: @ebenlcs.

eBays Flurfunk

Ja, und der funkt, dass die Drähte heiß laufen. Es wird viel über die ‚wahren Gründe‘ von Stefans Weggang spekuliert. Häufigstes Gerücht war, dass die Zahlen im Q1 nicht gestimmt hätten. Dass die Zahlen des Q1 nicht gut waren, bekam ich aber auch unabhängig von der aktuellen News bereits zu Ohren. Aber es wird auch gemunkelt, und dass schon seit Längerem, der Druck aus den USA und auch in den Staaten selbst sei enorm hoch  und man sähe sich nicht erfüllbaren Zielen gegenüberstehend. Das führe zu einer nicht guten Stimmung im Unternehmen. Letzteres ist dann wahrscheinlich auch das schlüssigste Gerücht. Aber: das sind alles Gerüchte. Nicht Genaues weiß man.

3 Chefs in 12 Monaten

Stephan Zoll, Stefan Wenzel und nun Eben Sermon. Das kann für ein Unternehmen nicht gut sein  und erst recht nicht für ein solches, wie eBay. Schlechtere Signale hätte eBay hier in Deutschland für den Marktplatz nicht senden können. Wo geht die Reise nun hin? Welche Strategie wird verfolgt? Werden exklusive deutsche Piloten jetzt weiterverfolgt oder eingestampft? Passen Eben und Denis Burger zusammen, ziehen sie an einem Strang?

Die Jahre haben gezeigt, dass eBay immer für eine Überraschung gut ist, manchmal für gute, manchmal für schlechte.  Morgen ist ja bereits eine eBay-Veranstaltung, an dieser wird Eben aber noch nicht teilnehmen, so wurde mir jedenfalls berichtet.

Ich denke, die kommenden Wochen und Monate werden sehr schnell zeigen, ob Eben ein Gewinn für den deutschen Marktplatz ist. Hoffentlich hat er, wie Stefan Wenzel auch, ein offenes Ohr und Auge für die guten Ideen und führt sie fort. Und hoffentlich schafft es eBay, Konstanz zu schaffen, damit es nicht wieder drei Geschäftsführer in einem Jahr gibt. Ich wünsche ihm auf jeden Fall einen guten Start und hoffe auf Positives.