So jedenfalls munkelt manch einer aus der Branche über die Motivation der Klage gegen den Konkurrenten. Der Club der Produkttester wird betrieben von der Vorwärts GmbH, deren CEO André Åslund ist. Am Rande bemerkt: André soll auch mit knapp 5% an dem dubiosen Marktplatz Crowdfox beteiligt sein.

Steht André Åslund und der Vorwärts GmbH das Wasser bis zum Hals?

(Quelle: Bundesanzeiger, Veröffentlichung 31.03.2016)

André Åslunds Vorwärts GmbH, die Betreiber vom „Club der Produkttester“ ist, klagt gegenwärtig gegen einen Wettbewerber, dem Vorgänger vom AMZStars, wegen wettbewerbsrechtlicher Verstöße. Worum es im Einzelnen bei der Klage geht, erkläre ich im Verlauf des Artikels. Erst aber stelle ich einmal das Geschäftsmodell des Klubs dar.

Was macht der „Club der Produkttester“?

Der „Club“ sorgt dafür, dass die Händler Produktrezensionen für ihre Amazon-Angebote erhalten. Recht einfach erklärt dies ein Piktogramm auf den Seiten clubderprodukttester.de. Wesentlich ist hier, dass die Produkte physisch hin und her geschickt werden:

Steht André Åslund und der Vorwärts GmbH das Wasser bis zum Hals?

Die Kosten setzten sich aus 2 Komponenten zusammen. Einmal eine monatliche Grundgebühr von 99 € pro Monat plus zusätzlich buchbarer Pakete. Das günstigste Paket kostet 1400€ und enthält 100 Produktbewertungen.

Und wie machen das die Wettbewerber?

Im Grunde ähnlich. Der Unterschied liegt jedoch im Umstand, dass die Wettbewerber bzw. auch Amazonhändler nur Gutschein-Codes versenden. Das bedeutet, der Tester erhält vom Händler bzw. vom Wettbewerber nicht das Produkt, sondern einen Gutscheincode, mit dem er (der Tester) dann das Produkt auf Amazon erwirbt, erhält, testet und dann bewertet.

Steht André Åslund und der Vorwärts GmbH das Wasser bis zum Hals?

Der kleine feine Unterschied macht’s, oder eben auch nicht

Natürlich ist das zweite Modell wesentlich einfacher, effizienter und auch wirtschaftlich für Händler und Dienstleister abbildbar. Hier versenden beide lediglich E-Mails (Rabatt-Codes) und eben nicht physisch die Ware. Fazit: Dieses 2. Modell ist wesentlich smarter. Verständlich, dass nun der „Club der Produkttester“ das Haar in der Suppe sucht, denn gegen dieses Modell kann er nicht anstinken. Weder wirtschaftlich noch systematisch.

Nun dichtet André Åslund die Mär des „wettbewerbswidrigen Verhaltens“

Der „Club der Produkttester“ sieht nun das wettbewerbswidrige Verhalten in den „ungleichen“ Vorteilen, die durch einen physischen Kauf mit Rabatt-Codes entstehen. Zunächst begründete er, dass die Rezensionen dann als verifizierte Verkäufe erscheinen und durch einen Kauf das Ranking beeinflusst wird. Wir alle wissen, dass Amazon mittlerweile solche stark rabattierten Käufe nicht mehr als „verifiziert“ anzeigt. Da läuft die Argumentation ins Leere und Andres Aktionismus wirkt, sagen wir mal, sehr krude.

Wären da nicht die wilden und hirnlosen Drohungen

Von mehreren Dienstleistern rund um Amazon ist mir zugetragen worden, dass André Åslund plant, im Falle eines Obsiegens (und da scheint er sich wohl sehr sicher zu sein) die „ganze Branche platt zu machen“. Ich bin zwar ein Freund sehr klarer Worte, aber so was ist mir dann auch etwas zu „schräg“. (Wenn es denn stimmt, dass er sich so geäußert hat.) Er möchte sogar durch alle Instanzen gehen, um so ggf. den „Wettbewerb platt“ zu bekommen, wird über ihn berichtet.

Wie sind denn nun seine Erfolgschancen?

Niedrig, sehr niedrig, unterirdisch. Im gerade stattgefundenen Termin vor dem LG Köln äußerte sich der Richter sehr skeptisch zu den Erfolgschancen gegenüber dem Anwalt, der die Vorwärts GmbH vertritt.

Was sagen denn die Juristen dazu?

Mir liegt ein White-Paper der Kölner Kanzlei WBS von Christian Solmecke vor, die das Geschäftsmodell des Gutschein-Code Versands untersucht hat. Die Kanzlei bezieht klar Stellung:

Steht André Åslund und der Vorwärts GmbH das Wasser bis zum Hals?

Meine Meinung:

Abmahnungen sind ja nichts Ungewöhnliches und auch nichts per se Schlechtes. Aber: Sein eigenes nicht funktionierendes Geschäftsmodell „künstlich“ zu schützen, finde ich auch aus Unternehmersicht falsch und albern. Im Vorfeld dann aber schon eine Angstkultur gegen Marktbegleiter und Händler zu etablieren, ist in meinen Augen unter aller Kanone. Ein NO GO! Wenn sein eigenes Modell nicht mehr klappt, wäre es da nicht einfacher sich mit seinem eigenen Unternehmen anzupassen, als ein „sterbendes Pferd noch zu tränken“?

Meine Empfehlung an dich, lieber André: Hör auf anderen zu drohen. Wenn dein Geschäft nicht mehr klappt, gehe Büroklammern aufsammeln, oder sieh zu, dass deine Beteiligung namens Crowdfox legal ihren Geschäften nachgeht. Da haste genug zu tun und musst dich nicht um Marktbegleiter und Händler kümmern.

PS: Auf meine telefonische Nachfrage, und der Bitte um Stellungnahme kam keine Antwort.