Auch meine Facebook-Seite hat es über Ostern erwischt. Ich konnte sie mit der Wortfilter-Facebookgruppe verknüpfen. Was bedeutet das nun? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus dieser neuen Möglichkeit? Genau diese Fragen hat Felix Beilharz auf seinem Blog ausführlich beantwortet:

ENDLICH! Fanpages als Gruppen-Admins!

In den letzten Jahren wurden Facebook-Gruppen immer interessanter für das Marketing – hohe Reichweite der Beiträge, hohe Interaktionsraten, intensiver Austausch. Leider musste ich in Seminaren und Vorträgen immer erklären, dass Gruppen eine Person brauchen, die als Admin eingetragen (und sichtbar) ist. Das machte es für viele Unternehmen unattraktiv (und auch rechtlich schwierig, da Profile ja z.B. kein Impressum haben).

Das scheint sich jetzt zu ändern. Ich kann seit gerade eben auf der ersten Fanpage eine Gruppe zur Seite hinzufügen und dann auch mit der Seite Admin der Gruppe werden und in der Gruppe posten.

Darauf haben wir lange gewartet. Damit werden Gruppen endlich ein sinnvoller Marketing-Kanal für Unternehmen!

Wie sieht die Verknüpfung aktuell aus?

Offenbar handelt es sich bei dieser Funktion um ein Test-Rollout für ca. 2% aller Fanpages (im Juni sollen weitere Seiten diese Funktion erhalten). Bei Seiten, die aktuell im Test sind, wurde ein Tab „Gruppen“ in die Liste der Seiten-Tabs hinzugefügt.

(„Gruppen“-Tab)

Dort können Admins nun entweder bestehende Gruppen (deren Admins sie ebenfalls sind) hinzufügen oder eine neue Gruppe gründen.

(Inhalt des Gruppen-Tabs)

Bei Klick auf „Deine Gruppe verknüpfen“ öffnet sich ein Fenster mit einer Auswahl aller Gruppen, in denen eine Administratorenrolle vorliegt.

Gruppen verknüpfen

Die Verknüpfung wird dann mit einer Erfolgsmeldung bestätigt.

Gruppe verknüpft

Nun wird die Gruppe für alle sichtbar im Gruppen-Tab gelistet.

Neue verknüpfte Gruppe

Da es sich um einen Standard-Tab handelt (und keinen selbst hinzugefügten wie z.B. ein Gewinnspiel-Tab), ist er auch in der mobilen Ansicht sicht- und nutzbar.

Gruppen-Tab in der mobilen Ansicht

Nun ist die Gruppe der Seite zugeordnet. In der Gruppe kann nun als Seite gepostet werden.

Als Seite posten

Warum ist das so eine große Sache?

Gruppen sind ein ideales Mittel der Kundenbindung. Während Fanpages eher für die Kommunikation an einen unbestimmten Empfängerkreis bestimmt sind, können Gruppenmitglieder gezielt hinzugefügt bzw. freigeschaltet oder eben auch abgelehnt werden. Damit können auch vertraulichere Gespräche, persönlichere Themen oder exklusive Inhalte diskutiert werden, für die eine Fanpage nicht der richtige Ort wäre.

Auch sind Fanpages immer mehr zu einem Push-Kanal geworden. Auf vielen Unternehmensseiten findet kaum Interaktion statt. Das Unternehmen postet etwas, pusht es vielleicht sogar per Facebook-Anzeigen, aber Kommentare kommen oft nur schwerlich zustande (oder sind gar nicht gewollt). Die Gruppe ist dagegen eher eine Art Forum, in der jeder gleichberechtigt Beiträge erstellen und kommentieren kann. Oft findet in Gruppen deutlich mehr Interaktion statt, was für viele Einsatzzwecke wichtig ist.

Und schließlich bestätigen viele Experten und Nutzer, dass Gruppenbeiträge im Newsfeed der Mitglieder sehr viel prominenter auftauchen als Seiten-Beiträge. Möglicherweise misst der Algorithmus Gruppen-Beiträgen eine höhere Relevanz und damit höhere Reichweite zu, ähnlich wie Beiträgen von Freunden. In jedem Fall haben Unternehmen nun eine weitere Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu treten und vor allem Feedback einzuholen.

Was war bisher der Nachteil an Gruppen im Facebook-Marketing?

Bisher konnten nur private Profile Gruppen betreuen. Viele Unternehmen haben keinen Mitarbeiter, der persönlich auf Facebook für das Unternehmen aktiv wird und sich in der Gruppe einbringen möchte. Auch entstehen Probleme, wenn die Person das Unternehmen verlässt oder die Position wechselt.

Um das zu umgehen, haben manche Unternehmen ein Fake-Profil für die Gruppenbetreuung angelegt, was natürlich Facebook-Guidelines widerspricht und auch sonst nicht allzu professionell wirkt.

Personenprofile haben auch keinen rechtsgültigen Link für ein Impressum und dürfen daher auch rechtlich nicht kommerziell für das Facebook-Marketing genutzt werden. Auch der Verdacht der Schleichwerbung schwingt immer mit, wenn sich Mitarbeiter auf privaten Profilen für das Unternehmen engagieren.

All diese Probleme scheint Facebook nun endlich anzugehen. Für Unternehmen ist das in meinen Augen eine der wichtigsten nicht-Anzeigen-bezogenen Neuerungen der letzten Monate.

Wer bekommt die Gruppen-Verknüpfung?

Noch ist die Verknüpfung nur bei wenigen Seiten ausgerollt. Die Größe der Seiten spielt dabei offenbar keine Rolle, die Seite aus meinem Beispiel hat nur 15 Fans und ist komplett inaktiv. Keine meiner anderen Seiten hat bereits die Verknüpfung erhalten.

Habt ihr Seiten, die die Verknüpfung schon haben? Wie werdet ihr diese neue Funktion einsetzen? Schreibt gerne eure Meinungen in die Kommentare.

Felix Beilharz ist „einer der führenden Berater für Online-Marketing“ (RTL) und „einer der bekanntesten Experten für Social Media Marketing“ (Rhein Main Presse). Er trainiert Unternehmen, hält europaweit Vorträge, ist Autor von 12 Büchern und Buchbeiträgen und unterrichtet bundesweit an drei Universitäten und Hochschulen. – Weitere Artikel von Felix Beilharz. Felix Beilharz’s Webseite. Felix Beilharz auf Facebook. Felix Beilharz auf Google+. Felix Beilharz auf Twitter.