Der Hype um den Amazon Dash Button ist groß. Viele Medien und Experten reklamieren für sich herausgefunden zu haben, dass der Amazon Dash Button rechtswidrig ist. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die Wettbewerbszentralen vermelden: Wir mahnen Amazon ab.

Das Uber-Prinzip

Mir ist es völlig egal, ob der Bestellprozess über den Amazon Dash-Knopf nun wettbewerbsrechtlich konform verläuft oder nicht. Wenn rechtlichen Rahmenbedingungen nicht passen, muss nicht der Dash verändert werden, sondern die Bedingungen müssen neu verhandelt werden. Und Amazon, ähnlich wie Uber, hat die Power, diese neu zu verhandeln.

Aber die Fragen sind doch eigentlich ganz andere

Ich bediene mal ein wenig Alexander Grafs (kassendzone.de) Nomenklatur. Betrachten wir den Knopf doch einmal im Kontext der GAFA Ökonomie und der Ökosysteme. Da ist Amazons Dash Button schon ein Ding. Warum sollte ein Konsument aus diesem Ökosystem ausbrechen, wenn er doch so schön praktisch per Knopfdruck innerhalb von Stunden (so wird es bald sein) seine Produkte geliefert bekommt? Und setzt sich Amazon da nicht noch etwas näher an den Point of Demand?

Amazons Suche nach dem nächsten großen Ding

Versucht Amazon mit dem Dash Button nicht die Frage nach dem nächsten Device zu stellen? Was nutzen wir denn bisweilen und was wird von uns als convenient bewertet? Das sind doch hauptsächlich Screen-Devices, also Smart-Watches, Smartphones, Tablets, Notebooks oder PCs. Mit dem Dash-Button und dem Echo geht Amazon einen konsequenten Weg. Es wird die Frage nach Geräten neu verhandelt.

Amazon Dash Button - Scheiß auf Rechtssicherheit!

(Quelle:wortfilter.de)

Was wird uns überraschen?

Google lässt eine Cyborglinse patentieren. Amazon erfindet das Holodeck fürs Wohnzimmer und die Gehirnforscher Shinji Nishimoto und Jack Gallant zeigen uns erstmals Rekonstruktionen statischer Bilder aus Gehirnströmen. Da erscheint dann die Implantation eines NFC-Chips unter die Haut schon als Oldschool. Wohin die Reise geht und welche Geräte wir vor die Füße geschmissen bekommen wird uns sicher noch sehr beschäftigen und für viele „Ahhhs und Ohhhs“ sorgen.

Können wir uns damit anfreunden?

Bereits in einem anderen Artikel habe ich den Zukunftsentwurf von Keiichi Matsuda vorgestellt. Gefühlt ist er sehr nahe an dem, was wir bald erleben dürfen:

32-Augmented (hyper)Reality_ Domestic Robocop from ELO @ Iowa State University on Vimeo.

Alles dreht sich um Kommodität

Nicht die rechtlichen Rahmenbedingungen oder die Frage nach Datenschutz und Privatsphäre werden die Herausforderungen sein. Alles wird sich um die Frage drehen, was der Konsument annimmt und als bequem, erleichternd, nützlich und hilfreich empfindet. Die Usability wird das Zünglein an der Waage sein.

Hype, Trend oder Normalität?

In irgendeiner Ausprägung wird es den Dash Button wohl noch eine ganze Zeit lang geben. Das er sich jedoch in unseren Alltag manifestiert und zur Grundausstattung eines jeden Haushalts gehören wird, mag ich nicht glauben. Er wird sich zwar einnisten, aber nur so lange, bis es eine andere Möglichkeit gibt, welche die Konsumenten als nützlicher bewerten. Wann wird das so wohl sein?

Amazons Echo und Dot disruptieren den Dash-Knopf

Ja, die Frage nach den Geräten wird ständig neu gestellt werden. Und Amazon ist bekannt für seine Gnadenlosigkeit. Auch sich selbst gegenüber. Schafft es Amazon, uns das nächste große Ding anzubieten (und ich bin mir sicher, sie werden es immer und immer wieder versuchen), hat der Retailer mehr erreicht als uns nur Convienence zu bieten. Wir erliegen dem Charme seines Ökosystems.

Gut oder schlecht?

Das mag jeder für sich selber verhandeln. Ich finde den Dash großartig. Scheiß was auf Rechtskonformität. Der Knopf hilft mir ein Stück weit, meine wertvollste und knappste Ressource zu handeln: Zeit!