Das Bielefelder Unternehmen Dr. Oetker warnte vor kurzem auf seiner Facebook-Seite eindringlich vor einem Betrugsversuch auf der Deals-Plattform mydealz.de. Das Pikante hieran ist, dass der Gründer und CEO von mydealz.de davon Kenntnis hat und mit seinem Kommentar sich gegen eine Löschung stellt. Laut informierten Personen wurde die 6Minutes Media GmbH, Betreiberin von mydealz vom Oetker Konzern bereits Ende Juni darauf hingewiesen.

Unseriöse Gutschein-Deals

Das in meinen Augen unseriöse ‚Geschäft‘ mit Gutscheinen und Coupons ist für mydealz offensichtlich ein wichtiger Bestandteil der Geschäftsstrategie. Bereits Ende 2015 wurde für das Posting von Gutschein-Deals ein Regelwerk eingeführt. Dieses dient zum Schutz vor Ansprüchen gegen mydealz selber, schützt jedoch nicht die Verwender von kopierten Gutscheinen. Es gewährleistet Fabian Spielberger, Gründer und Geschäftsführer von MyDealz, allerdings weiterhin wichtigen Traffic und wichtige Interaktion der Community.

Um diesen Gutschein geht es

Dieser Gutschein war ursprünglich eine Beigabe zu einem Ofen-Kauf bei Saturn. Wer die Kommentare zu diesem Deal liest, erhält sogar eine perfekte Anleitung zum Betrug.

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Der Schaden für die Wirtschaft ist immens

In der MyDealz-Community aktive Mitglieder berichteten mir, dass der Gutschein funktioniere und sie teilweise mit mehreren Beteiligten ganze Einkaufswagen voller Pizza ‚ergaunert‘ hätten.

Es geht hier aber um den grundsätzlichen Gutschein-Betrug, der auf MyDealz stattfindet. Involvierte Mitglieder von MyDealz sprechen selber von einer kolportierten Schadenhöhe im zweistelligen Millionen Bereich.

(Quelle: Sreenshot MyDealz-Forum – Eingelöster Gutschein)

Ein Mitglied berichtete mir, dass er durch solche Gutschein-Betrügereien monatlich bis zu 500€ spare. Er selbst kenne sogar eine Gruppe in Frankfurt, die sich auf die professionelle Vervielfältigung solcher Gutscheine spezialisiert haben.

Nicht nur Dr. Oetker ist betroffen

Auch andere Anbieter von Gutscheinen sind von diesen Betrügereien betroffen. Hier noch ein weiteres Beispiel von Uncle Bens:

Dr. Oetker reagierte direkt und offensiv

Unmittelbar nach Erscheinen des Gutscheinposts reagierte das Bielefelder Unternehmen mit mehreren eindeutigen Warnungen vor dem Betrugsversuch.

Auf der Startseite Oetker.de wurde ein PopUp-Banner geschaltet, der mehrere Tage angezeigt wurde. In den sozialen Medien reagierte Dr. Oetker mit einem Post.

(Quelle: screenshot oetker.de)

 

(Quelle: Screenshot Facebook-Auftritt Dr.Oetker)

Macht sich Fabian Spielberger der Beihilfe zum Betrug schuldig?

Fabian Spielberger ist Gründer und CEO der Betreiber GmbH von MyDealz.de. Ob er sich strafrechtlich relevant verhält, kann man vermuten, denn er hatte Kenntnis von dem Betrugsversuch und reagierte zunächst nicht. Sein Admin nahm sogar dazu Stellung:

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Und hier äußert sich Fabian Spielberger persönlich zu dem Gutschein: „Wir löschen gar nichts.

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Er scheint eine recht ‚merkwürdige‘ Auffassung zu haben, wann etwas zu löschen ist. Zur Erinnerung. Auf dem Gutschein ist deutlich abgedruckt: „Die Verbreitung über Internet-Portale und sonstige Vervielfältigung ist untersagt“

Es gibt natürlich die Plattform-Haftung. Nach dieser Haften die Plattform und der Plattformbetreiber für Verstöße ab dem Zeitpunkt, ab dem sie davon Kenntnis hatten. Und Kenntnis hatte die Plattform früh.

Am Ende wurde der Gutschein gelöscht

Aber der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Nach mir exklusiv vorliegenden Informationen verfolgt das Hause Dr. Oetker den Vorfall weiter und setzt dazu alle zur Verfügung stehenden juristischen Möglichkeiten ein.

Vielleicht hat sich der Plattformbetreiber einmal juristischen Rat eingeholt?

Meine Meinung

Es ist unverantwortlich, dass eine Plattform solchen Gutscheinbetrügereien ein vermeintlich offizielles Forum bietet. Sie schaden den Unternehmen, den Konsumenten und dem Handel. Dass eine solche Plattform aber weder ein eigenes gesundes Rechtsempfinden hat noch eine Rechtsberatung, die von solchen Angeboten warnt, ist erstaunlich. Noch erstaunlicher aber auch, dass man dilettantisch sich versucht zu „entschuldigen“ mit Sätzen wie „wir sind keine Anwälte“. Die Plattform wäre gut beraten, solche zu konsultieren, denn ich könnte mir auch vorstellen, dass solches Verhalten auch als Beihilfe bewertet werden kann.