Mit der Erweiterung von Amazon Logistics+ um Luftfracht-Services für chinesische Händler baut der Online-Riese sein Logistik-Angebot in Asien weiter aus. Damit wird es chinesischen Händlern noch einmal leichter fallen ihre Waren auf den europäischen Amazon-Marktplätzen anzubieten. Eine echte Herausforderung für die europäischen Händler.

Amazon Logistics+ für chinesiche Händler

Die primären Lieferziele, die den chinesischen Händlern angeboten werden, sind: USA, Europa und Japan. Und im Gegensatz zu der Frachtabwicklung der klassischen Dienstleister hat Amazon einen ungeheuren Vorsprung: Amazon kann digital. Ohne Fax. Ohne Telefon. Halt konvenient.

Schaut euch einmal auf der chinesischen Amazon Logistics+ Seite an, welche Services Amazon bereits den Händlern bietet. Bisweilen steht der Luftfracht-Service nur bei Amazon registrierten Sellern zur Verfügung. Eine Erweiterung ist allerdings geplant. Damit entwickelt sich die Logistik-Sparte von Amazon rasant. Der Handelsriese reagiert damit auf die wachsende Bedeutung des grenzüberschreitenden Handels.

UPS & DHL machen sich in die Hose

Amazon avanciert zu einem echten Logistik-Riesen und tritt frontal in den Wettbewerb zu den bisherigen Schwergewichten. Mit einem Unterschied: Der Riese bietet eine echte end-to-end-Lösung für die Händler an. Das kann weder DHL noch UPS& Co.. Und ob die Marktbegleiter jemals noch auf Augenhöhe gelangen können, wag ich aktuell zu bezweifeln. Haben DHL, UPS oder FedEx Schiffe UND Flugzeuge? Bedient einer der großen Logistiker so konsequent die komplette Lieferkette? Ihr findet „nein“? Ich auch. Dementsprechend dürfte die Luft in den Vorstands-Etagen der großen Fracht-Konzerne diese Tage brennen. Und das richtig.

Güter aus China wollen in die Welt getragen werden

Genau das ist die Herausforderung: Chinesische Händler haben verstanden, dass sie ihre Produkte selbst in der Welt verkaufen können. Der Zwischenhandel wird nicht mehr benötigt. Und die Händler haben eine Lernkurve wie ein Hockeyschläger. Wie gut ein Markenaufbau funktioniert, zeigt Anker ja beeindruckend mit seiner 0.5 Mrd. Umsatz.

Ein Weckruf

Das ist schon kein Weckruf mehr, das ist wie wenn ihr neben dem „dicken Pitter“ schlaft und den Lärm nicht hört. Nicht nur die Logistiker sollten wach werden. Auch bei den deutschen Händlern ist es 5 vor 12. Genau die Agilität, die eure asiatischen Marktbegleiter vorleben, ist auch von euch gefordert. Begreift diese Entwicklung nicht als Bedrohung, sondern als Chance.

Hopp, hopp auf nach China

Europäische und gerade deutsche Marken und Produkte sind in Asien und China gefragt wie nie. Kürzlich berichtete die Welt über ein Phänomen: Alpecin-Shampoo. Zum Beispiel: Jens Wasel von kw-logistics, einem Ableger von kw-commerce arbeitet bereits in einem Pilot-Projekt. An diesem könnt ihr teilnehmen. Kontaktiert Jens. Er betreibt in China bereits ein eigenes Lager mit Logistik und kann euch auch Tipps & Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter Marktplätze geben. Nutzt also eure Möglichkeiten. Und wer am Freitag auf dem Plentymarkets Onlinehandelskongress ist, kann sich von Oliver Prothmann aus seiner Studie berichten lassen. Sein Vortrag hat den Titel: Marketplaces across Asia – Analyse und Insights von Alibaba und Co.

Fazit: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Und das große Jammern kommt am Schluss. Leider. Ich weiß, dass viele von euch eine große Herausforderung darin sehen, in die asiatischen märkte zu skalieren. Das ist schade. Denn ihr steckt den Kopf in den Sand. eine Frage von mir: Wo seht ihr denn die größten Hürden?