PayPal sperrt jedes Jahr hunderttausende Konten mit den verschiedensten Begründungen. Sehr beliebte Begründungen sind angebliche Sicherheitsbedenken und die Einhaltung von Vorschriften zur Geldwäscheprävention.
So eine PayPal-Sperre kann für den Betroffenen existenzbedrohend sein - vor allem dann, wenn dabei ein größerer Geldbetrag eingefroren wurde. In vielen Fällen werden Mails und Schreiben an PayPal einfach ignoriert. Wenn man PayPal Unterlagen schickt oder faxt, kommen die angeblich nicht an oder sind unleserlich.
Wer es sich leisten kann, verzichtet künftig auf die Nutzung von PayPal und wartet ab: In vielen Fällen wird das eingefrorene Guthaben nach 180 Tagen wieder freigegeben.
Die schnellste Abhilfe gibt es, wenn man sich erfolgreich an die Medien wendet. Fragt beispielsweise ein TV-Sender im Rahmen seiner Recherchen bei der Presse-Abteilung von PayPal an, so gibt es meistens eine schnelle und unbürokratische Lösung: PayPal gibt das Guthaben frei und entschuldigt sich für den "bedauerlichen Einzelfall" - häufig sogar dann, wenn PayPal eigentlich im Recht ist.
Wer keinen Kontakt zu den Medien herstellen kann, sollte über eine Klage nachdenken. Rechtsanwalt Dr. Markus Wekwerth schildert in seinem Artikel PayPal und die Kontosperrung: Unterlassungsklage in Deutschland, wie sowas ablaufen kann:
Er hat im Auftrag seines Mandanten vor einem deutschen Landgericht auf Unterlassung geklagt, weil die PayPal-Kontensperre ein Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb sei. Prompt gab PayPal das eingefrorene Konto wieder frei. Im weiteren Gerichtsverfahren ging es daher eigentlich nur noch um die Frage, wer die Kosten des Verfahrens zu tragen hatte. Da PayPal verständlicherweise Urteile fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser, bot PayPal an, bei Erledigung des Verfahrens ohne Urteil alle angefallenen Kosten zu erstatten.
Fazit:
Man ist einer PayPal-Kontensperre nicht hilflos ausgeliefert. Zwar kommt eine Klage in Luxemburg wegen der hohen Kosten und der langen Dauer nicht in Frage, aber es geht offensichtlich auch mit Hilfe eines deutschen Gerichts...
PayPal und die Kontosperrung: Unterlassungsklage in Deutschland