Nächste Woche wird Amazon die Umsätze und Gewinne für das letzte Quartal und das Gesamtjahr 2011 veröffentlichen. Ich rechne damit, dass die Umsätze um mindestens 40 Prozent gewachsen sind. Es ist aber zu befürchten, dass dabei kaum Gewinn gemacht wurde.
Es gibt nämlich zwei Bereiche, in denen Amazon große Verluste macht, um Marktanteile zu bekommen. Zum einen wird das Lesegerät Kindle sehr preiswert verkauft, um dann später mit den E-Books Geld verdienen zu können.
Zum anderen kostet Amazon Prime viel Geld. Bei Amazon Prime zahlt man in den USA 79 Dollar jährlich und wird dafür innerhalb von zwei Tagen versandkostenfrei beliefert, außerdem bekommt man kostenlos Zugang zu gestreamten Filmen und TV-Sendungen und zu einem Kindle-Buch pro Monat. Alleine das Porto für die Prime-Lieferungen dürfte Amazon 2011 in den USA etwa 2,5 Milliarden Dollar gekostet haben, die 79 Dollar sind dabei nicht mal annähernd kostendeckend.
Andererseits ist Amazon Prime natürlich das ideale Instrument zur Kundenbindung: Wer Amazon Prime nutzt, kauft faktisch nur noch bei Amazon ein und nicht bei anderen Onlinehändlern. Außerdem wird viel mehr online eingekauft: Warum sollte man die Windeln für das Baby noch im Supermarkt einkaufen, wenn man sie von Amazon versandkostenfrei nach Hause geliefert bekommt?
Zwar gibt es Amazon Prime auch in Deutschland, hier wird es aber kaum genutzt. Für 29 Euro jährlich bekommt man hier versandkostenfreien Expressversand innerhalb eines Werktages. Das lohnt aber meines Erachtens nicht: Bei Amazon kommt die Lieferung in der Regel ohnehin innerhalb eines Tages und sie ist bei Büchern, BluRays und Bestellungen über 20 Euro auch ohne Amazon Prime versandkostenfrei.